Die Wächter von Rapa Nui unter der Milchstraße

Über einer Reihe von Mo'ai, die wir von unten auf einer Anhöhe sehen, verläuft schräg cie Milchstraße mit lebhaften dunklen Staubwolken.
Bildcredit und Bildrechte: Rositsa Dimitrova; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Mit den Worten der Astrofotografin des Tages, Rositsa Dimitrova: Was haben diese stummen Beobachter schon alles am Himmel geschehen gesehen? Die vulkanischen Mo’ai (das bedeutet Statue) von Ahu Tongariki wachen über Rapa Nui. Die Osterinsel ist eine polynesische Insel. 1888 wurde sie von Chile annektiert. Sie liegt Tausende Kilometer von der Küste Südamerikas entfernt mitten im Pazifischen Ozean.

Dank ihrer Abgeschiedenheit können die Mo’ai mit dem Rücken zum dunklen Ozean den klaren, strahlenden Nachthimmel bestaunen. Auf unserem Bild betrachten die überlebensgroßen Statuen das helle Band der Milchstraße. Es wird durch interstellare Staubwolken verdunkelt und ist auch zum Teil von Wolken auf der Erde verdeckt.

Unter dem klaren Nachthimmel haben die Rapa Nui auch Sternwarten errichtet. Sie verwendeten astronomische Beobachtungen für die Navigation. Sie nutzen Astronomie auch für ihren Kalender, für Festtage und vieles mehr. Solche Bilder erinnern uns an die Bedeutung des Nachthimmels. Sie ermahnen uns, wie wichtig es ist, das Land und die Kulturen zu schützen, die er inspiriert hat.

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Lichtsäulen und Orion über Mohe

Am nächtlichen Himmel über einer verschneiten Siedlung steigen Säulen aus buntem Licht auf.
Bildcredit und Bildrechte: Jeff Dai (TWAN)

Was ist am Ende dieser Straße los? Was wir hier sehen, sind keine Nordlichter, sondern Lichtsäulen. Diese Naturerscheinung ist typischerweise viel näher an uns dran. An den meisten Orten auf der Erde kann man mit etwas Glück eine Lichtsäule der Sonne sehen. Dabei breitet sich scheinbar ein Streifen Licht von der Sonne nach oben aus.

So eine Lichtsäule entsteht, wenn flache Eiskristalle durch die obere Atmosphäre flattern. Dabei spiegeln sie das Licht der Sonne. Für gewöhnlich verdunsten diese Eiskristalle in der Luft, bevor sie den Boden erreichen. Doch wenn es eisig ist, können auch nahe am Boden flatternde Eiskristalle entstehen. Das kann zu einem Nebel aus Eiskristallen führen. Die kleinen Eiskristalle spiegeln dann nicht die Sonne, sondern Lichter am Boden.

Dieses Bild zeigt nicht nur viele solche Lichtsäulen, sondern auch das ikonische Sternbild Orion. Es wurde in Mohe fotografiert, das ist die nördlichste Stadt in China.

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NGC 1566: Die Galaxie der spanischen Tänzerin

Die Spiralgalaxie NGC 1566 ist von der Erde aus von oben zu sehen. Dieses Bild des Weltraumteleskops Hubble betont die rötlichen Emissionsnebel entlang der Spiralarme. Blaue Sternhaufen und Ranken aus dunklem Staub sprenkeln die Spirale. Das Zentrum schimmert gelblich.
Bildcredit: ESA/Hubble, NASA, Daniela Calzetti und das LEGUSTeam, Rupali Chandar

Diese Spiralgalaxie ist bestimmt eine der fotogensten ihrer Art. Die Welteninsel besteht aus Milliarden von Sternen. Sie trägt die Bezeichnung NGC 1566 und zeigt uns ihre prachtvolle Frontalansicht. NGC 1566 ist etwa 40 Millionen Lichtjahre von uns entfernt und liegt im Sternbild Schwertfisch. Mit ihren beiden anmutigen Spiralarmen ist sie eine „Grand-Design-Galaxie“. Die Spiralarme sind von strahlend blauen Sternhaufen, rötlichen Emissionsnebeln und dunklen Staubwolken gesäumt. Man erkennt sie deutlich.

Das Weltraumteleskop Hubble hat schon oft Aufnahmen von NGC 1566 gemacht, um die Entstehung von Sternen und Supernova-Explosionen zu untersuchen. Die Galaxie hat außerdem ein ungewöhnlich aktives Zentrum. Das flackernde Zentrum von NGC 1566 macht sie zu einer der nächsten und hellsten Seyfert-Galaxien. Es enthält ein sehr massereiches Schwarzes Loch, das bei Sternen und Gaswolken in der Umgebung Verwüstung anrichtet.

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Ein Jahr voller Sonnenflecken

Eine große Sonnenscheibe mit ungewöhnlich vielen Flecken ist von 12 kleineren Sonnenkreisen mit Fleckenstreifen umgeben. Das Bild erinnert an eine schematisch dargestellte Blume. Die Sonnenflecken wurden aufsummiert und übereinander projiziert.

Bildcredit und Bildrechte: NASA, SDO; Bearbeitung und Bildrechte: Şenol Şanli und Uğur İkizler; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie viele Sonnenflecken siehst du? Das mittlere Bild zeigt alle Sonnenflecken, die 2025 zu sehen waren. Im Kreis rundherum ist ein Bild für jeden Monat angeordnet und im großen Bild in der Mitte sehen wir noch einmal alle zusammen. Sonnenflecken sind magnetisch gekühlt und erscheinen deshalb dunkler. Sie bleiben von einigen Tagen bis zu Monaten auf der Sonnenoberfläche.

Dieses Bild stammt vom Solar Dynamics Observatory der NASA. Doch Sonnenflecken sieht man auch schon mit einem kleinen Teleskop oder mit einem Fernglas. Wichtig ist ein guter Sonnenfilter! Sehr große Sonnenfleckengruppen, wie vor kurzem AR 4366, sieht man sogar mit einer Brille für Sonnenfinsternisse.

Sonnenflecken werden immer noch nach Augenmaß gezählt. Die Anzahl gilt aber nicht als sehr genau, da sich die Flecken oft verändern und teilen. Letztes Jahr war das Aktivitätsmaximum der Sonne. Das ist die Zeit der stärksten magnetischen Aktivität ihres 11-jährigen Zyklus. Die Sonne bleibt in vieler Hinsicht unberechenbar. Wir wissen nicht, wann die nächste Sonneneruption stattfindet, die die Erde beeinflusst, oder wie aktiv der nächste Sonnenzyklus sein wird.

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Grüne Umgebung: Nordlicht über Norwegen

Der Himmel ist voller Nordlichter, die eine verschneite Landschaft grün beleuchten. Vorne ragt ein spitzer Gipfel auf. Dort steht eine Person mit erhobenen Armen.

Bildcredit und Bildrechte: Max Rive

Hebe die Arme, wenn du Nordlichter siehst! Mit dieser Anweisung vergingen zwei Nächte mit hauptsächlich dichten Wolken. Bei der Rückkehr in der dritten Nacht zu denselben Gipfeln war es dann aber soweit. Der Himmel klarte nicht nur auf, sondern erstrahlte in spektakulären Nordlichtern. Die Arme streckten sich zum Himmel. Geduld und Erfahrung wurden mit dieser außergewöhnlichen Aufnahme belohnt.

Das kreative Bild entstand aus drei einzelnen Aufnahmen. Die Szenerie ist ein Berggipfel im Austnesfjorden in der Nähe der Stadt Svolvær auf Lofoten im nördlichen Norwegen. Man schrieb das Jahr 2014. Heuer passiert die Sonne wieder ein Maximum ihres 11-jährigen Aktivitätszyklus. Darum gab es in letzter Zeit auch jede Menge spektakuläre Nordlichter zu sehen.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

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Plato und die Montes Alpes auf dem Mond

Links ist der runde Krater Plato. Sein Boden ist flach und dunkel. Rechts daneben stehen die lunaren Alpen, durch die ein auffällig gerades Tal verläuft. Oben und unten breiten sich Mondmeere aus.

Bildcredit und Bildrechte: Luigi Morrone

Dieser scharfe Schnappschuss der Mondoberfläche entstand mit einem Teleskop. Er zeigt den dunklen Boden des Kraters Plato, der 95 Kilometer breit ist. Die Gipfel der Alpen des Mondes glänzen in der Sonne.

Die Alpen der Erde heben sich im Laufe von Millionen Jahren, während die Kontinentalplatten langsam zusammenstoßen. Doch die Alpen des Mondes entstanden ganz plötzlich bei der Kollision, bei der auch die riesige Tiefebene des Mare Imbrium, dem Meer des Regens, entstand. Der flache Boden dieses Ozeans liegt unter dem Gebirgszug.

Durch die Berge zieht sich eine auffällige gerade Struktur. Es ist das Alpental Vallis Alpes, welches das Mare Imbrium mit dem nördlichen Mare Frigoris, dem Meer der Kälte, verbindet. Das Tal ist etwa 160 Kilometer lang und bis zu 10 Kilometer breit.

Der große, helle Berg rechts unter dem Krater Plato heißt Mont Blanc. Die Mondalpen haben keine Atmosphäre und deshalb auch keinen Schnee. Sie sind also kein idealer Ort für den Winterurlaub. Doch eine 75 Kilo schwere Schifahrerin würde auf dem Mond nur etwa 12 Kilogramm wiegen.

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Sonnenuntergang zur Sonnenwende bei Stonehenge

Über der historischen Stätte Stonehenge ist der Himmel glasklar und spielt alle Farben von Gelb bis Violett. Zwischen zwei Monolithen geht gerade die Sonne unter.

Bildcredit und Bildrechte: English Heritage, Josh Dury

Gestern erreichte die Sonne ihren südlichsten Punkt am Himmel der Erde. Man nennt ihn die Sonnenwende. Sie markiert in vielen Kulturen den Wechsel der Jahreszeiten. Auf der Nordhalbkugel der Erde wechselt der Herbst zum Winter und auf der Südhalbkugel wird der Frühling zum Sommer.

Unser Bild zeigt den Moment vor dem Beginn der längsten Nacht im Norden 2025 in Stonehenge in Großbritannien. Dort sieht man, wie ein 4,5 Milliarden Jahre alter Feuerball genau zwischen den Steinen untergeht, die vor 4500 Jahren präzise angeordnet wurden. Nicht einmal die Kreiselbewegung der Erdachse über die Jahrtausende hat die astronomische Bedeutsamkeit des Sonnenuntergangs in Stonehenge verändert.

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W5: Der Seelennebel

Der Seelennebel füllt das Bild. Große Höhlungen sind von blau schimmerndem Gas gefüllt. Außen sind dicke Ränder aus rot und orangefarben leuchtendem Gas.

Bildcredit und Bildrechte: Jeffrey Horne

Neue Sterne entstehen in der Seele der Königin von Aithiopia. Genauer gesagt findet man in der Richtung des Sternbilds Kassiopeia eine große Region mit Sternbildung. Sie hat den Namen Seelennebel. In der griechischen Mythologie ist Kassiopeia die eitle Frau eines Königs, der vor langer Zeit ein Gebiet am oberen Nil regierte.

Der Seelennebel heißt auch Westerhout 5 (W5) und enthält mehrere offene Sternhaufen. Wir sehen dunkle Säulen und Schwaden aus kosmischem Staub sowie riesige Blasen, die durch die Sternwinde von jungen Sternen entstanden sind.

Der Seelennebel ist etwa 6500 Lichtjahre entfernt und über 100 Lichtjahre groß. Oft sehen wir ihn in einem Bild mit seinem Himmelsnachbarn, dem Herznebel (IC 1805). Unser Bild hier wurde in Nashville in Tennessee aufgenommen. Es besteht aus Aufnahmen, die 234 Stunden Belichtung in verschiedenen Farben kombinieren: Das Rot stammt von Wasserstoff, das Gelb von Schwefel und das Blau von Sauerstoff.

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