Der Pelikannebel: Gas, Staub und Sterne

Der Pelikannebel wirkt hier dunkler als auf anderen Bildern, weil die dunklen Staubfasern, die ihn gestalten, sehr detailreich abgebildet sind. Er leuchtet blau und wird von dunklen Umrissen gezeichnet. Rechts oben bildet eine orangerot leuchtende Wolke die Grenze.
Bildcredit und Bildrechte: Mark Killion

Der Pelikannebel verändert sich langsam. Offiziell nennt man ihn IC 5070. Eine Molekülwolke, die mit dunklem Staub gefüllt ist, trennt ihn vom größeren Nordamerikanebel. Dieses Bild mit vielen Details entstand in Utah in den USA. Die Aufnahmen dafür wurden insgesamt 25 Stunden belichtet. Dadurch treten prachtvolle Details in den Fasern des Staubs hervor.

Der Pelikannebel bekommt viel Aufmerksamkeit. Er ist nämlich eine besonders aktive Mischung aus Sternbildung und Gaswolken, die sich entwickeln. Das Licht junger Sterne mit viel Energie verwandelt das kalte Gas langsam in heißes Gas. Die Grenze dazwischen rückt langsam vor. Man bezeichnet sie als Ionisationsfront. Sie leuchtet rechts oben hell in Orange. Besonders dichte Ranken aus kaltem Gas bleiben übrig.

Der Dunkelnebel LDN 935 bildet die Grenze für den Pelikannebel. In Millionen Jahren kennt man ihn vielleicht nicht mehr als Pelikan. Denn das Verhältnis und die Platzierung von Sternen und Gas lässt sicherlich etwas zurück, das ganz anders aussieht.

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Elefantenrüssel in Kepheus

Ein rötlicher Nebel vor einem Sternenhintergrund, in dem sich dunkle Strukturen abzeichnen. Der Nebelkomplex ähnelt einem Elefantenrüssel.
Bildcredit und Bildrechte: Eddie Sgarbossa

Er sieht aus wie eine Illustration aus einer Genau-so-Geschichte. Der Elefantenrüsselnebel schlängelt sich durch einen Emissionsnebel und einen jungen Sternhaufen. Diese Objekte tragen die Katalogbezeichnung IC 1396 und befinden sich im Sternbild Kepheus. Der Elefantenrüsselnebel ist auch unter der Bezeichnung vdB 142 bekannt und mehr als 20 Lichtjahre lang. Dieser detaillierte Anblick durch ein Teleskop zeigt die hellen, verwehten Grate und Bereiche aus kühlem Staub und Gas zwischen den Sternen, von denen es dort viele gibt. Die dunklen, rankenförmigen Wolken enthalten das Rohmaterial für die Sternentstehung. In ihnen verstecken sich Protosterne. Der vergleichsweise lichtschwache Komplex IC 1396 ist rund 3000 Lichtjahre entfernt. Er bedeckt eine großen Bereich am Himmel und erstreckt sich über mehr als 5 Grad. Von oben nach unten misst diese rüsselartige Darstellung fast 1 Grad. Das ist etwas weniger als der Winkeldurchmesser von 2 Vollmonden.

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Milchstraße über Yellowstone

Über dem künstlich beleuchteten Silex Spring, dessen türkise Farbe von Bakterien stammt, wölbt sich die Milchstraße. Aus dem Tümpel steigt Dampf aus, weil das Wasser vom Yellowstone-Hotspot erhitzt wird.
Bildcredit und Bildrechte: Dave Lane

Die Milchstraße entstand nicht aus diesem dampfenden, farbenfrohen Teich. Er ist etwa zehn Meter breit. Man kennt ihn als Silex-Quelle, er befindet sich im Yellowstone Nationalpark in Wyoming in den USA.

Die heiße Quelle wird künstlich beleuchtet. Ihre Farben stammen von Schichten aus Bakterien. Aus der Quelle steigt Dampf auf, weil unterirdisches Magma, das mit dem Yellowstone-Hotspot in Verbindung steht, sie aufheizt. Unabhängig davon biegt sich in weiter Ferne oben das zentrale Band der unserer Galaxis, der Milchstraße. Der Eindruck eines Bandes entsteht durch Milliarden von Sternen. Das Panorama entstand aus 16 einzelnen Aufnahmen aus dem Jahr 2014.

Vor zirka 640.000 Jahren brach der Yellowstone-Hotspot schon einmal als Supervulkan aus. Wenn das wieder passiert, ist ein großer Teil von Nordamerika davon betroffen.

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Perseïden über einem kleinen Planeten

Ein kleiner Planet ist von einem hellen Leuchten umgeben. Oben wölbt sich die Milchstraße, und Tausende Meteore blitzen über den Himmel. Die Bahnen der Meteore sind gekrümmt, wegen der Projektion.
Bildcredit und Bildrechte: Marcin Rosadziński; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Es sieht aus wie ein Blick vom Planeten des Kleinen Prinzen. Das Bild ist eine Rückschau auf den Meteorschauer der Perseïden von 2024. Auf dieser Projektion umrahmen ihn die Bieszczady, ein Gebirgszug der Karpaten in Polen. Am Himmel wölbt sich der Bogen der Milchstraße mit mehreren roten Nebeln und über hundert Meteoren. Sie zeigen zum Radianten im Sternbild Perseus.

Die Perseïden sieht man im Sommer auf der Nordhalbkugel gut. Sie sind sehr beliebt. Meteorströme im Winter zu beobachten ist weniger angenehm. Dieses Jahr bieten sie wohl ein noch beeindruckenderes Spektakel als sonst, denn der Höhepunkt fällt auf den Neumond.

Der Meteorschauer der Perseïden 2026 erreicht heute Nacht seinen Höhepunkt. Wir erwarten 50 bis 100 Meteore pro Stunde. Die Erde durchquert dann auf ihrer Bahn die Staubspur, die der Komet Swift-Tuttle hinterlässt. Die beste Zeit, um die Meteore zu beobachten, ist in der Regel zwischen Mitternacht und dem Morgengrauen. Um die Meteore zu beobachten, braucht man kein Fernglas. Doch ein Liegestuhl und ein Ort mit dunklem Himmel sind sehr hilfreich.

Heute ist eine totale Sonnenfinsternis! Weitere Info gibt es hier (engl).

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NGC 4372 und das Dunkle Dingsbums

Ein dunkler Nebelstreif zieht vor einem Himmel voller Sterne von links unten diagonal nach oben. Rechts schimmert ein Kugelsternhaufen, der aber viel weiter entfernt ist als das dunkle Dingsbums.
Bildcredit und Bildrechte: Alessandro Cipolat Bares

Der Dark-Doodad-Nebel treibt am Südhimmel. Frei übersetzt würde man sagen, der Dunkle Dingsbums-Nebel. Er ist eine große Wolke aus interstellarem Staub im kleinen Sternbild Fliege (Musca). Wenn man mit einem Fernglas beobachtet, ist er ein interessantes Ziel. Der Nebel zeichnet sich deutlich vor dichten Sternfeldern ab, die südlich vom Kohlensacknebel und dem Kreuz des Südens liegen. Dark Doodad reicht über etwa 3 Grad.

Bei seiner südlichen Spitze, die rechts oben liegt, leuchtet der gelbliche Kugelsternhaufen NGC 4372. Dieser Sternhaufen gehört zum Halo unserer Milchstraße und ist etwa 20.000 Lichtjahre von uns entfernt. Er liegt nur zufällig in derselben Blickrichtung wie das Dunkle Dingsbums. Dark Doodad ist etwa 700 Lichtjahren entfernt und mehr als 30 Lichtjahre lang. Die markante dunkle Form gehört zur Musca-Molekülwolke. Das ist eine Region, in der neue Sterne entstehen können.

1986 erhielt Dark Doodad, das dunkle Dingsbums, seinen ungewöhnlichen Namen. Der Astrofotograf und Autor Dennis di Cicco prägte ihn, als er den Halleyschen Kometen in der australischen Wüste beobachtete.

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NGC 3576: Nebel der Freiheitsstatue

Ein Nebel, dessen Form an die Freiheitsstatue erinnert, ist von orangefarbenen Schleifen umgeben. Dazwischen sind dunkle Nebelfetzen verteilt. Hinten ziehen blaue und rötliche Nebelfetzen über den Himmel. Die Region ist von Sternen gesprenkelt.
Bildcredit und Bildrechte: Logan Carpenter

Was passiert mit dem Nebel der Freiheitsstatue? Darin entstehen helle Sterne und interessante Moleküle, die freigesetzt werden. Der komplexe Nebel liegt in einer Sternbildungsregion. Man nennt ihn RCW 57, aber auch NGC 3576, NGC 3582 oder NGC 3584. Der Nebel erinnert manche Leute an ein ikonisches Denkmal. Für andere sieht er aus wie ein fliegender Superheld oder ein weinender Engel.

Dieses Farbbild wurde neu bearbeitet. Es zeigt dichte Knoten aus dunklem Staub zwischen den Sternen in der Region. Diese ionisieren Felder aus leuchtendem Wasserstoff. Vergehende Sterne stoßen riesige Schleifen aus Gas aus.

Die Region wurde genau untersucht. Das brachte mindestens 33 Sterne mit viel Masse zum Vorschein, die gerade erst entstehen. Man fand auch komplexe Kohlenstoffmoleküle, die man polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) nennt. Vermutlich entstehen PAK, wenn das Gas in Regionen mit Sternbildung abkühlt. PAK entstanden wohl auch in dem Nebel, aus dem die Sonne vor fünf Milliarden Jahren hervorging. Das war ein wichtiger Schritt, damit sich auf der Erde Leben entwickeln konnte.

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Der rote Schimmer der kosmischen Fledermaus

Mitten im Bild ist eine dunkle Gas- und Staubwolke, die einer Fledermaus mit ausgebreiteten Flügeln ähnelt. Zwei Stellen leuchten scheinbar von innen heraus – dort sind junge Sterne. Der Hintergrund ist von dunklen Nebelschwaden und Sternen übersät.

Bildcredit und Bildrechte: Humbert Cédric; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Diese kosmische Fledermaus wünscht ein frohes Summerween! Diese Feier zur Jahreshälfte von Halloween überschreitet die Erdhälften, auch wenn der Sommer auf der Nordhalbkugel der Winter auf der Südhalbkugel ist.

Anders, als die unheimlichen Aura des kosmische Fledermausnebels (LDN 43) vermuten lässt, ist er eine lebhafte Stätte, wo Sterne entstehen. Diese Fledermaus sollte man nicht mit dem Fledermausnebel NGC 6995 verwechseln. Nur ein wenig junges Sternenlicht glimmt durch die dichten Gas- und Staubwolken. Die Spannweite der kosmischen Fledermaus macht 12 Lichtjahre aus.

Wenn ihr den Mauszeiger über das Bild schiebt, erscheint ein unheilvolles rotes Leuchten. Das ultraviolette Licht der jungen Sterne regt den Wasserstoff im Nebel an und bringt ihn dazu, rotes Licht abzustrahlen. Aus dem Kopf der Fledermaus strömt leuchtender Wasserstoff. Er deutet die Sternbildung an, die sich im Inneren der kosmischen Fledermaus verbirgt.

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Urbane Milchstraße über Seoul

Hinter einem Gewässer verläuft rechts eine Brücke. Die Lampen auf der Brücke spiegeln sich im Wasser. In der Mitte steht ein riesiges pyramidenförmiges Gebäude. Darüber verläuft die Milchstraße diagonal über den Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: Shingoo Lee

So eine kosmische Ansicht sehen wir sonst nie. Hier wölbt sich die Milchstraße in der Nacht über Seoul in Südkorea. In der urbanen nächtlichen Landschaft am Himmel sieht man trotz der gleißenden Lichter der Stadt die zart schimmernde zentrale Region unserer Galaxis sowie dunkle, undurchsichtige Staubwolken.

Die grelle Lichtverschmutzung im Ballungsraum ist enorm. Doch ein Infrarotfilter zeichnete auch die blassen kosmischen Details auf. Der Filter ist vor allem für infrarotes Licht durchlässig, doch es drang auch etwas sichtbares Licht aufs Bild. Daher wirkt die Szene trotzdem natürlich.

Der Aussichtspunkt für das Bild liegt im Ttukseom Hangang Park in Seoul. Vorne fließt der Hangang, über den eine hell beleuchtete Eisenbahnbrücke führt. Der Lotte World Tower mit seinen 123 Stockwerken dräut hinten in der Mitte. Er ist das höchste Gebäude in Südkorea.

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