Smörgåsbord mit Saturn-System

Saturn liegt schräg im Bild, umgeben von vielen seiner größeren Monde, die beschriftet sind.
Bildcredit und Bildrechte: Tom Williams

Wie wurde das Saturn-System so detailreich abgebildet? Der Astrofotograf Tom Williams bannte die feinen Details, weil die Bedingungen der Atmosphäre fast perfekt waren. Das bedeutet mehr, als der Himmel wolkenlos war. Luftschichten können unterschiedliche Temperatur und Dichte haben. Wenn sie in Bewegung geraten, brechen sie das Licht auf dem Weg durch die Atmosphäre der Erde. Das verzerrt astronomische Fotos. Die Qualität der Durchsicht nennt man Seeing (astronomische Luftruhe). Wenn in der Luft weniger Bewegung ist, sorgt das für schärfere Bilder.

Wenn das Seeing das Licht verzerrt, fällt das bei Objekten im Sonnensystem wie dem Saturn besonders ins Gewicht. Am Nachthimmel erscheinen diese Körper kleiner als Nebel und Galaxien. Daher brauchen wir eine stärkere Vergrößerung, um sie im Detail zu beobachten. Das vergrößert gleichzeitig auch die Störeffekte des Seeings.

Der Astrofotograf verringerte den Einfluss des Seeings mit der Methode des Lucky Imagings. Dabei nimmt eine Hochgeschwindigkeits-Kamera nacheinander sehr viele Bilder auf, die nur sehr kurz belichtet werden. Davon werden nur die schärfsten Einzelbilder gestapelt und kombiniert. Das nennt man Stacking.

Welches Objekt in diesem bunten Smörgåsbord fasziniert dich am meisten? Sind es die Seen auf Titan oder die eisigen Streifen auf Enceladus? Oder sind es eher die Lücken und Speichen in Saturns Ringen?

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Supernova-Überrest Pa 30

Der Nebel im Bild erinnert an ein Feuerwerk zwischen hell leuchtenden Sternen. Die größeren Sterne wirken wie von Nebeln umhüllt. Der rötliche Nebel hat Speichen, die vom Zentrum nach außen gehen. Sie sind von Perlen gesäumt, die jeweils 4 Lichttage lang sind.
Bildcredit und Bildrechte: Internationales Gemini-Observatorim/NOIRLab/NSF/AURA. Danksagung: PI: T. Cunningham (Zentrum für Astrophysik – Harvard und Smithsonian). Bildbearbeitung: J. Miller und M. Rodriguez (Internationales Gemini-Observatorium/NSF NOIRLab), T.A. Rector (Universität von Alaska Anchorage/NSF NOIRLab), D. de Martin und M. Zamani (NSF NOIRLab).

„Frohes Neues Jahr!“ Moment – nein, das ist kein Feuerwerk! Dieses Bild zeigt den Nebel Pa 30, der hier vom Teleskop Gemini Nord auf Hawaii beobachtet wurde. Er ist wohl ein alter Überrest von der Explosion einer Supernova. Es gibt unabhängige historische Berichte aus China, Japan und dem arabischen Raum von einem „Gaststern„. Er leuchtete im Jahr 1181 ganze 185 Tage lang am Himmel.

Vermutlich stammte der helle neue Lichtpunkt, aus dem das Feuerwerk Pa 30 entstand, von einer ungewöhnlichen Supernova vom Typ Iax. In der Astronomie weiß man nicht genau, was dabei geschah. Doch man vermutet, dass zwei Weiße Zwerge miteinander verschmolzen.

Der rätselhafte Zentralstern im Bild ist extrem heiß und erzeugt einen starken Wind. Dieser schuf möglicherweise die Fasern, die an Speichen erinnern. Seht genau hin: An den Filamenten sind Knoten wie Perlen aufgefädelt. Jede Perle ist etwa 4 Lichttage groß. Wenn wir verstehen, wie eine Supernova diesen erstaunlichen Überrest schuf, lösen wir ein 845 Jahre altes Rätsel, das immer noch besteht.

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SMILE zeigt ein geschlossenes Polarlichtoval

Siehe Beschreibung. XXX; Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Video-Credit: ESA, CAS, SMILE, UVI

Habt Ihr schon einmal ein vollständiges Polarlichtoval gesehen? Vom Boden aus kann man es gar nicht sehen, da es einen zu großen Bogen um einen der Magnetpole der Erde beschreibt. Raumfahrzeuge hoch über der Erde können es jedoch beobachten.

Dieses Video der europäischen Weltraumbehörde ESA und der chinesischen Raumfahrtbehörde CAS wurde von der Raumsonde „SMILE“ aufgenommen. Es zeigt ein vollständiges Polarlichtoval und weil die Kamera im ultraviolettem Licht filmt, sieht man dieses Polarlicht auch am Tag.

Die Zeitrafferaufnahme umfasst etwa eine Stunde und wurde Ende Juli aufgenommen. Sie zeigt, wie variabel und turbulent Polarlichter tatsächlich sind. Die Lichtpunkte an den Seiten sind entfernte Sterne, die sich nur deshalb zu bewegen scheinen, weil sich der Blickwinkel der SMILE-Kamera verschiebt, während das Raumfahrzeug die Erde umkreist.

Ein Ziel von SMILE ist es, besser zu verstehen, wie der Sonnenwind mit der Magnetosphäre der Erde interagiert – und damit besser zu verstehen, wie Astronautinnen und Astronauten, Raumfahrzeuge und Stromnetze am Boden vor Sonnenstürmen geschützt werden können.

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M104: Die Gezeitenströme der Sombrero-Galaxie

Die Sombrerogalaxie im Bild ist schwer erkennbar, weil so viele blasse Sternströme und der Halo um die Galaxie abgebildet wurden. Doch der markante Staubring am Rand der zentralen Scheibe ist klar in der Mitte erkennbar. Außen ist die Galaxie von Sternen und kleineren Galaxien umgeben.
Bildcredit und Bildrechte: Engelbert Vollmer

Ein detailreiches Bild der Sombrero-Galaxie ist immer für eine Überraschung gut. M104 heißt auch Sombrero-Galaxie, denn auf kurz belichteten Bildern erinnert sie an einen Hut. Ein markantes Merkmal dieser riesigen Galaxie ist eine dunkle Krempe aus Staub, die um das Zentrum ihrer Scheibe läuft.

Doch wenn man die Galaxie viel längere belichtet, kommt ihre stürmische Vergangenheit zum Vorschein, denn sie besitzt einen hellen, dunstigen Hof. Dieser reicht weit über die zentrale Scheibe hinaus und enthält viele Sterne, die man nicht einzeln erkennt. In diesem Dunst aus Sternen verlaufen überraschende Strukturen. Eine davon ist ein diagonaler Ring. Diese Strukturen und Gezeitenströme sind neue Hinweise auf die turbulente Vergangenheit von M104. Sie entstanden, indem die Galaxie mit kleineren Galaxien kollidierte und verschmolz.

Die Sombrero-Galaxie ist insgesamt etwa 150.000 Lichtjahre breit. Ihr Licht braucht etwa 30 Millionen Jahre, um uns von dort zu erreichen. Dieses Bild wurde Mitte 2026 in sieben Tagen in Namibia fotografiert.

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Interferenzbögen über New Jersey

Über einem Dachgiebel leuchten Interferenz-Regenbögen wie ein bunter Tunnel aus Licht am bewölkten Himmel.
Bildcredit und Bildrechte: John Entwistle

Welcher Regenbogen kann das auch? Die Ausläufer des Wirbelsturms „Florence“ zogen 2018 über die Küste von New Jersey in den USA. Dann brach die Sonne hervor. In der Gegenrichtung entstand eine ungewöhnliche Erscheinung: ein Saal aus Regenbögen.

Sehr zur Freude des Fotografen und seiner Tochter folgte eine Schau, die eine halbe Stunde dauerte. Lebhaft leuchteten überzählige Regenbögen auf und verschwanden wieder. Allein dieses Einzelbild zeigt ganze fünf Regenbögen.

Überzählige Regenbögen entstehen nur, wenn bei Regen alle fallenden Tröpfchen ungefähr gleich groß sind. Der Durchmesser ist außerdem kleiner als ein Millimeter. Das Sonnenlicht wird im Inneren des Regentropfens durch die Strahlenoptik reflektiert. Doch es kommt zusätzlich zu Interferenzen. Dieses Wellenphänomen ist ähnlich, wie sich Wellen auf einem Teich kräuseln, wenn man einen Stein hineinwirft.

Überzählige Regenbögen kann man sogar nur mit der Welleneigenschaft des Lichts erklären. Sie wurden erstmals um 1800 beschrieben. Das gilt als früher Beleg für die Wellennatur des Lichts.

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Selbstporträt am Vera Rubin-Kamm

Selbstbildnis eine fahrenden Roboters auf der Marsoberfläche in Fischaugenoptik. Die Planetenoberfläche ist mit braunem Sand und hellen Steinen bedeckt und ist in einen Halbkreis gekrümmt. Am hellbraunen Himmel darüber steht links die schwache Sonne.
Bildcredit und Bildrechte: NASA, JPL-Caltech, MSSS; Panorama: Andrew Bodrov

Der Rover Curiosity nahm dieses Selbstporträt am Sol 1943 seiner Erkundungsreise über die Marsoberfläche auf. Er stand dabei am Südrand des Vera Rubin-Kamms. Ein Sol ist ein Sonnentag auf dem Mars. Er ist etwa 40 Minuten länger ist als ein Tag auf der Erde. Der Sol 1943 von Curiosity entspricht dem 23. Januar 2018 auf der Erde. Das auch als interaktives 360-Grad-VR-Panorama erstellte Mosaik setzt sich aus 61 Aufnahmen zusammen. Die Kamera „Mars Hand Lens Imager (MAHLI)“ des kleinen, auto-großen Rovers nahm sie auf. Bilder, auf denen der Kameraarm zu sehen ist, wurden herausgearbeitet. Den weiteren Hintergrund nahm die Mastcam des Rovers am Sol 1903 auf. Oben am Mast des Rovers, über der Mastcam, sitzt das Gehäuse der laserbestückten ChemCam. Es verdeckt den 5 Kilometer hohen Gipfel des Mount Sharp in der Entfernung. Als auf der Erde der 26. August 2026 war, hatte Curiosity auf seiner Wanderung einen Höhenunterschied von insgesamt 1 Kilometer zurückgelegt. Er begann am Boden des Gale-Kraters und rollte den Hang des Mount Sharp hinauf.

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Der gesamte Sharpless-Katalog: 313 Nebel

Das Mosaik zeigt alle 313 Objekte des Sharpless-Katalogs. Die Bilder wurden im Osten von China und in der inneren Mongolei fotografiert.
Bildcredit: Bing Xin; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Was braucht es, um Hunderte Nebel zu fotografieren? Dieses Bild zeigt den ganzen Sharpless-Katalog der H-II-Regionen mit insgesamt 313 Objekten. Vergrößere es und mach eine Entdeckungsreise! Vielleicht findest du beliebte Klassiker wie den Adlernebel (Sh2-49), den Herznebel (Sh2-190) oder den Orionnebel (Sh2-281).

Trotz des Namens enthält dieser Katalog mehr als nur das Leuchten von ionisiertem Wasserstoff, aus dem typische H-II-Regionen bestehen. Auch planetarische Nebel sind gelistet, etwa den Medusa-Nebel Sh2-274. Schließlich finden sich auch Überreste von Supernovae wie den Spaghetti-Nebel Sh2-240 im Katalog.

Der Astrofotograf Bing Xin reiste zum dunklen Nachthimmel im Osten von China und der Inneren Mongolei. Dort fotografierte er alle Nebel. Dazu verwendete er Schmalbandfilter, die durchlässig sind für das Licht von ionisiertem Wasserstoff und Sauerstoff, sowie Rot-Grün-Blau-Filter (RGB). Jedes Objekt wurde zwei bis sechs Stunden belichtet. Für den ganzen Katalog brauchte der Fotograf rund 800 Stunden! Welches Objekt ist dein Favorit?

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Erntemond hinter dem Ätna, der ausbricht

Über der italienischen Stadt Nikosia auf der Insel Sizilien geht der Vollmond auf. Der rot beleuchtete Rauch über dem Horizont steigt aus dem Ätna auf. Nach rechts wird der Himmel auf dem zusammengesetzten Bild immer dunkler.
Bildcredit und Bildrechte: Dario Giannobile

Habt ihr schon einmal gesehen, wie der Vollmond aufgeht? Dieses farbige Bild wurde letzte Woche fotografiert, und zwar in der Nähe der italienischen Stadt Nikosia auf Sizilien. Auf dem Bildkomposit geht der Mond auf, während der Himmel dunkel wird. Aus dem Ätna steigt Rauch auf und ragt über den Horizont. Das rosarote Band tiefer am Himmel ist der Venusgürtel.

Bei Vollmond stehen sich Mond und Sonne am Himmel gegenüber. Der Mond geht genau dann auf, wenn die Sonne untergeht. Der Zyklus einer Mondphase dauert ungefähr 29,5 Tage (doch der Mond braucht nur etwa 27 Tage, um die Erde zu umrunden). Üblicherweise gibt es einen Vollmond pro Monat. In manchen Kulturen auf der Nordhalbkugel nennt man den Vollmond im September Erntemond. Hat eure Kultur einen besonderen Namen dafür? (Ein Vollmond mit einem anderen Namen wäre genauso hell.)

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