NGC 602 und dahinter

Der Nebel im Bild erinnert an eine Auster: Innen schimmert er bläulich, er ist von einer beige-braunen Schale umgeben, und im Inneren glitzern Perlen aus Sternen.
Bildcredit: NASA, ESA und das Hubble-Kulturerbe-Team (STScI/AURA) – ESA/Hubble-Zusammenarbeit

Die Wolken erinnern an eine Auster und die Sterne an Perlen. Aber schaut genau hin! Der Blick geht zu den Rändern der Kleinen Magellanschen Wolke. Sie ist eine Satellitengalaxie der Milchstraße und ist etwa 200.000 Lichtjahre entfernt. Dort liegt der Sternhaufen NGC 602, der 5 Millionen Jahre jung ist. Er ist 5 Millionen Jahre jung und noch von dem Gas und Staub umgeben, in dem er entstanden ist. Diese atemberaubende Aufnahme von NGC 602 stammt vom Weltraumteleskop Hubble.

NGC 602 enthält fantastische Kämme und Formen, die nach außen gefegt sind. Sie deuten an, dass die energiereiche Strahlung und Stoßwellen der massereichen Sterne das staubhaltige Material abgetragen. Das löste eine Abfolge von Sternentstehungen aus. Die Sternbildung wandert von der Mitte des Sternhaufens nach außen.

Das Bild ist in der geschätzten Distanz der Kleinen Magellanschen Wolke etwa 200 Lichtjahre breit. Außerdem zeigt die scharfe, farbige Aufnahme auch eine faszinierende Sammlung von Galaxien, die im Hintergrund verteilt sind. Sie liegen Hunderte Millionen Lichtjahren oder mehr hinter NGC 602.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

Zur Originalseite

NGC 3310, eine spiralförmige Sternbildungsgalaxie

Die Galaxie im Bild ist etwa halb so breit wie die Milchstraße. Ihre Spiralstruktur ist nicht gleichmäßig. Rosarote Wolken vor der Galaxie zeigen, wo Sterne entstehen.
Bildcredit und Bildrechte: Verwaltung AAO ITSO, Gemini-Obs./AURA und T. A. Rector (U. Alaska Anchorage)

In der Spiralgalaxie NGC 3310 geht es noch rund. Vor etwa 100 Millionen Jahren kollidierte NGC 3310 vermutlich mit einer kleineren Galaxie. Das führte in der großen Spiralgalaxie zu einem gewaltigen Ausbruch an Sternentstehung. Im Laufe der Kollision änderte sich die Schwerkraft. Das erzeugte Dichtewellen, die bereits vorhandene Gaswolken komprimierten. Das löste die Sternbildung aus.

Das Bild wurde von Teleskop Gemini Nord aufgenommen. Es zeigt die Galaxie in allen Einzelheiten. Die Farbe Rosa zeigt Gas, Weiß und Blau heben die Sterne hervor. Einige der Sternhaufen in der Galaxie sind noch ziemlich jung. Das weist darauf hin, dass Galaxien mit heftiger Sternbildung über lange Zeit Sterne in großer Zahl erzeugen können.

NGC 3310 hat einen Durchmesser von etwa 50.000 Lichtjahren und ist ca. 50 Millionen Lichtjahre von uns entfernt. Die Galaxie sieht man schon mit kleinen Teleskopen im Sternbild Großer Bär (Ursa Major).

Zur Originalseite

Der einsame Baum beim Schwan

Hinter einem einsamen Baum am Horizont ist der dunkle Himmel von einer leuchtenden Gaswolke flammend rot gefärbt.
Bildcredit und Bildrechte: 2025 Horacio Lander / AstroHoracio; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Im spanischen Guadalajara steht ein Baum allein auf einer stillen Wiese. Seine Silhouette zeichnet sich vor der feurigen Cygnus-Region ab, die dahinter wie Flammen am Nachthimmel aufragt. Die detailreiche Landschaft am Nachthimmel entstand aus mehreren Aufnahmen. Sie zeigt eine Bandbreite an Helligkeit und Farbe, die Menschen mit bloßen Augen so nicht sehen können.

Die Region ist am Himmel so breit wie tausend Vollmonde. Der Schwan entfacht ein Feuer aus aktiver Sternbildung. Wolken aus Gas und Staub kollabieren dort unter dem Druck ihrer Schwerkraft, bis die Kernfusion zündet und neue Sterne entstehen. Diese Sterne ionisieren den Wasserstoff in ihrer Umgebung und entfachen ein tiefrotes Leuchten. Ranken aus interstellarem Staub absorbieren einen Teil dieses Lichts und ziehen dunkle Schatten.

Der Schwan ist eine wahre Fundgrube himmlischer Schätze. Dazu gehören der Schleier-, der Sichel– und der Pelikannebel sowie Cygnus X-1, das erste bestätigte Schwarze Loch. Aus der Region im Schwan kommen weiterhin neue wissenschaftliche Erkenntnisse. Dazu zählt ein neues 3D-Modell der Cygnus-Schleife. Das Röntgenteleskop Chandra machte es möglich.

Portal ins Universum: APOD-Zufallsgenerator

Zur Originalseite

Die Kaulquappen in IC 410

Zwei Wolken mit der Form von Kaulquappen schlängeln sich rechts unten in einem Tümpel aus taubenblau schimmerndem Gas.
Bildcredit und Bildrechte: Nico Carver

Diese Nahaufnahme zeigt die zentrale Region im blassen Emissionsnebel IC 410. Sie entstand mit einem Teleskop in einem Hinterhof und wurde mit der Hubble-Palette gefärbt. Bilder in sichtbarem Licht werden von einer Schmalband-Aufnahme aus dem infraroten Bereich ergänzt.

Rechts unter der Mitte schlängeln sich zwei Wesen in dem interstellaren Tümpel aus Staub und Gas: die Kaulquappen von IC 410. Staub im Vordergrund verdunkelt den Nebel ein bisschen. Er umgibt NGC 1893, das ist ein junger Sternhaufen in unserer Galaxis. Vor nur 4 Millionen Jahren sind in dieser Wolke Sterne entstanden. Sie sind unglaublich heiß und hell und bringen das leuchtende Gas, das sie umgibt, mit ihrer Energie zum Leuchten.

Doch die kosmischen Kaulquappen bestehen aus kühlerem Staub und Gas. Sie sind etwa 10 Lichtjahre lang und ein Ort, an dem Sterne entstehen! Sternwinde und Strahlung formen die Kaulquappen. Helle Kanten aus ionisiertem Gas umrahmen ihre Köpfe. Die Schweife hingegen zeigen von den jungen Sternen im zentralen Haufen fort. IC 410 ist etwa 10.000 Lichtjahre von uns entfernt und liegt im Sternbild Fuhrmann (Auriga).

Zur Originalseite

CG 4: Globule und Galaxie

Scheinbar schnappt eine Molekülwolke nach einer Spiralgalaxie. Doch die Wolke ist viel näher. Sie erinnert an eine Hand oder einen gefräßigen Wurm.
Bildcredit und Bildrechte: William Vrbasso; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Ist das ein kosmisches Monster, das bereit ist, eine ahnungslose Galaxie zu verschlingen? Zum Glück nicht. Das rote „Monster“ im Bild ist CG 4, eine sogenannte kometenartige Globule. Sie ist etwa 1300 Lichtjahre entfernt und liegt im Sternbild Achterdeck des Schiffs (Puppis).

CG 4 ist eine Molekülwolke. Der Wasserstoff darin so kalt ist, dass Moleküle entstehen. Durch die Schwerkraft kommt hier neues Material zusammen und bildet Sterne. Die Form erinnert an einen Kometen, doch sie ist viel größer: Der Kopf von CG 4 hat einen Durchmesser von 1,5 Lichtjahren und ihr Schweif ist 8 Lichtjahre lang. Zum Vergleich: Die Entfernung von der Erde zur Sonne beträgt nur 8 Lichtminuten.

Forschende vermuten, dass die Explosion einer Supernova in der Nähe oder die Strahlung heißer, massereicher Sterne den Schweif der kometaren Globule formte. CG 4 und andere Globulen in der Nähe zeigen tatsächlich vom Vela-Supernovaüberrest fort, der im Zentrum des Gum-Nebels liegt.

Die Spiralgalaxie ESO 257-19 liegt mehr als 100 Millionen Lichtjahre hinter CG 4. Sie ist also in Sicherheit. Das „Monster“ ist für sie harmlos.

Zur Originalseite

HD 61005 und seine Astrosphäre

In einem dichten Sternenfeld ist ein einzelner Stern mit einem Kasten markiert und vergrößert. Im Einschub sieht man seine Atmosphäre und Staubflügel.
Bildcredit: Röntgen: NASA / CXC / Johns Hopkins Univ. / C.M. Lisse et al.; Infrarot: NASA / ESA / STIS; Optisch: NSF / NoirLab / CTIO / DECaPS2; Bearbeitung: NASA / CXC / SAO / N. Wolk – Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Werfen junge Sterne Blasen? Das große Bild zeigt eine Sternfeldaufnahme vom Cerro Tololo Inter-American Observatory CTIO in Chile. Das eingefügte Bild zeigt den Stern HD 61005. Er ist ein sonnenähnlicher Stern, der nur 120 Lichtjahre entfernt ist. HD 61005 ist viel jünger als die Sonne, er ist nur ca. 100 Millionen Jahre alt. Er stößt einen schnellen, dichten Sternwind aus, der das kältere Gas und den Staub wegschiebt, die den Stern zuvor umgaben. So entsteht eine Blase, die man auch Astrosphäre nennt.

Das Röntgenobservatorium Chandra spürte die Blase um den Stern auf. Ihr Durchmesser beträgt rund 200-mal die Entfernung Erde-Sonne. Auch unsere Sonne hat so eine Blase, die Heliosphäre. Sie schützt die Planeten vor der kosmischen Strahlung.

Das eingeschobene Bild zeigt den Schotter, der von der Sternentstehung übrig blieb und den Hubble beobachtete. Die Trümmer sind flügelförmig um den Stern angeordnet. Das führte zu dem Spitznamen des Sterns: die Motte.

Zur Originalseite

B93: Ein dunkler interstellarer Geist

Vor rosa und fliederfarbenen Nebeln, die mit Sternen gespickt sind, zieht eine dunkle Wolke. Sie erinnert an einen Tropfen Tusche, der in ein Glas Wasser fällt.

Bildcredit und Bildrechte: Christian Bertincourt; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

„Ein Geist in der Milchstraße …“ nannte es Christian Bertincourt. Der Astrofotograf schuf dieses beeindruckende Bild von Barnard 93 (B93). Dieser 93. Eintrag in Barnards Katalog dunkler Nebel liegt in der Kleinen Sagittarius-Sternwolke Messier 24. Seine Dunkelheit bildet einen starken Kontrast zu den hellen Sternen und dem Gas dahinter. In gewisser Weise ist B93 tatsächlich wie ein Geist, denn er besteht aus Gas und Staub. Beides entstand beim Niedergang von Sternen, zum Beispiel durch Supernovae.

B93 wirkt wie eine dunkle Leere, aber nicht, weil es dort tatsächlich leer ist. Stattdessen verdeckt der Staub das Licht der Sterne und leuchtenden Gase, die weiter entfernt sind. Wie bei anderen dunklen Nebeln kondensiert auch ein Teil des Gases in B93 irgendwann durch die Schwerkraft. Sobald es dicht und massereich genug ist, entstehen neue Sterne. Wenn das geschieht und die Sterne zünden, verwandelt sich B93 von einem dunklen Geist in einen leuchtenden Ort mit jungen Sternen.

Zur Originalseite

IC 2574: Coddingtons Nebel

Die Zwerggalaxie im Bild ist verzerrt und klein. Doch die vielen rötlichen Regionen darin sind klare Hinweise auf aktive Sternbildung.

Bildcredit und Bildrechte: Dane Vetter

Große Spiralgalaxien ernten scheinbar oft den ganzen Ruhm, denn sie stellen ihre jungen, hellen, blauen Sternhaufen in schönen symmetrischen Spiralarmen zur Schau. Doch auch in kleinen, irregulären Galaxien entstehen Sterne. Die Zwerggalaxie IC 2574 enthält Regionen aus leuchtendem Wasserstoff. Sie sind klare Zeichen intensiver Sternbildung und haben einen typisch rötlichen Farbton.

Sternwinde und Supernova-Explosionen wühlen die turbulenten Gebiete der Sternbildung in IC 2574 auf. Das ist genau wie in Spiralgalaxien. Dabei wird Material in das interstellare Medium der Galaxie geschleudert. Das löst wiederum weitere Sternbildung aus.

IC 2574 ist nur 12 Millionen Lichtjahre entfernt gehört zur M81-Galaxiengruppe. Diese liegt im nördlichen Sternbild Großer Bär (Ursa Major). Die lichtschwache, aber faszinierende Universumsinsel ist auch als Coddington-Nebel bekannt. Sie ist etwa 50.000 Lichtjahre breit. Im Jahr 1898 entdeckte sie der amerikanische Astronom Edwin Coddington.

Zur Originalseite