Ein Jahr voller Sonnenflecken

Eine große Sonnenscheibe mit ungewöhnlich vielen Flecken ist von 12 kleineren Sonnenkreisen mit Fleckenstreifen umgeben. Das Bild erinnert an eine schematisch dargestellte Blume. Die Sonnenflecken wurden aufsummiert und übereinander projiziert.

Bildcredit und Bildrechte: NASA, SDO; Bearbeitung und Bildrechte: Şenol Şanli und Uğur İkizler; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie viele Sonnenflecken siehst du? Das mittlere Bild zeigt alle Sonnenflecken, die 2025 zu sehen waren. Im Kreis rundherum ist ein Bild für jeden Monat angeordnet und im großen Bild in der Mitte sehen wir noch einmal alle zusammen. Sonnenflecken sind magnetisch gekühlt und erscheinen deshalb dunkler. Sie bleiben von einigen Tagen bis zu Monaten auf der Sonnenoberfläche.

Dieses Bild stammt vom Solar Dynamics Observatory der NASA. Doch Sonnenflecken sieht man auch schon mit einem kleinen Teleskop oder mit einem Fernglas. Wichtig ist ein guter Sonnenfilter! Sehr große Sonnenfleckengruppen, wie vor kurzem AR 4366, sieht man sogar mit einer Brille für Sonnenfinsternisse.

Sonnenflecken werden immer noch nach Augenmaß gezählt. Die Anzahl gilt aber nicht als sehr genau, da sich die Flecken oft verändern und teilen. Letztes Jahr war das Aktivitätsmaximum der Sonne. Das ist die Zeit der stärksten magnetischen Aktivität ihres 11-jährigen Zyklus. Die Sonne bleibt in vieler Hinsicht unberechenbar. Wir wissen nicht, wann die nächste Sonneneruption stattfindet, die die Erde beeinflusst, oder wie aktiv der nächste Sonnenzyklus sein wird.

Zur Originalseite

Die aktive Region 4366 kreuzt die Sonne

Rechts neben der Mitte schmückt eine riesige Region mit dunklen Sonnenflecken die Sonne, während sie untergeht. Am Himmel sind orange gefärbte Wolken. Vor der Sonne sind kleine Silhouetten von Bäumen.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel Korona

Die ungewöhnlich aktive Sonnenflecken-Region AR 4366 kreuzt die Sonne. Sie ist viel größer als die Erde. In den letzten zehn Tagen warf sie bereits mehrere mächtige Sonnenfackeln aus.

Dieses Bild entstand vor 5 Tagen. Darauf markieren große, dunkle Sonnenflecken rechts die Region. Die Sonne steht über einem Hügel in Zacatecas in Mexiko. AR 4366 ist bereits ein Kandidat für die aktivste Sonnenregion im ganzen 11-jährigen Sonnenzyklus.

Aktive Regionen auf der Sonne gehen häufig mit erhöhter Polarlichtaktivität auf der Erde einher. AR 4366 erreicht nun den Rand der Sonne und zeigt bald von der Erde weg. Das tut sie auch die ganze nächste Woche. Doch wir wissen nicht, ob die Aktive Region lang genug bestehen bleibt, während die Sonne rotiert, um in etwa zwei Wochen auf der anderen Seite wieder aufzutauchen.

Zur Originalseite

SDO zeigt eine Sonneneruption

Videocredit: NASA, SDO, AIA, Helioviewer; Bearbeitung und Text: Ogetay Kayali (MTU)

Was steigt da von der Sonne auf? Eine hoch aufragende Struktur aus Sonnenplasma steigt plötzlich von der Oberfläche der Sonne auf und breitet sich in den Weltraum aus. Sie ist so groß wie mehrere Erden. Dies markiert den Beginn eines dramatischen koronalen Massenauswurfs (KMA; CME = coronal mass ejection). Das Ereignis wurde Ende 2024 vom Solar Dynamics Observatory (SDO) der NASA in eindrucksvoll detailreich festgehalten.

Wir können die Vorhersagen für Weltraumwetter durch die ständige Überwachung der Sonne verbessern. Es hilft der Menschheit zu verstehen, wie die Aktivität der Sonne Satelliten, GPS, Kommunikation über Funk und Stromnetze auf der Erde beeinflussen.

Dieses Video entstand aus drei Aufnahmen im extremen UV-Licht. Sie stammen von der Atmospheric Imaging Assembly (AIA), einem Instrument an Bord des SDO, und zeigen, wie Plasma mit verschiedenen Temperaturen bei dem Ausbruch nach oben geschleudert wird.

Im Video ist kühleres und dichteres Material, das aus der unteren Atmosphäre der Sonne aufsteigt, rot abgebildet. Gelb zeigt extrem heiße Schleifen. Sie sind Millionen Grad heiß. Diese Schleifen breiten sich nach außen aus, weil sich die Magnetfelder der Sonne öffnen. Nach dem Hauptausbruch leuchtet es in der Nähe der Ausbruchsregion blau. Dies ist ein Zeichen für extrem erhitztes Plasma. Es blieb zurück, als sich das Magnetfeld der Sonne schnell neu ordnete.

Zur Originalseite

Eis-Halos bei Mond- und Sonnenlicht

Links ist ein Mond, der nachts von Halo-Erscheinungen umgeben ist, rechts geht die Sonne auf, ebenfalls von Halos umgeben. Die Bilder entstanden in Chamonix-Mont-Blanc. Für die Entstehung der Halos gibt es geometrische Regeln, die von den Eiskristallen in der Luft festgelegt werden.

Bildcredit und Bildrechte: Antonella Cicala

Sowohl der Mond als auch die Sonne können wunderschöne Eishalos am Himmel des Planeten Erde bilden. Die zwei hellsten Leuchtfeuer am Himmel sind auf diesen Fotos von je einer Gruppe von Haloerscheinungen umgeben. Sie leuchten über Chamonix-Mont-Blanc in Frankreich. Die beiden Aufnahmen entstanden Ende Dezember 2025 in einer Nacht (links) und am darauffolgenden Tag.

Dass die Halos im Mond- und Sonnenlicht so ähnlich aussehen, liegt daran, dass sie auf ähnliche Weise entstehen. In beiden Fällen spielt Sonnenlicht mit kleinen, flachen sechseckigen Eiskristallen zusammen. Wenn Eiskristalle in der kalten Atmosphäre des Berg-Ressorts flattern, reflektieren und brechen sie das Licht.

Sonne und Mond sind von einem recht häufigen, kreisförmigen 22°-Halo umgeben. An den Schnittstellen des 22°-Halorings mit den angedeuteten Horizontalkreisen durch Mond und Sonne leuchten helle Flecken. Sie manchmal sogar farbig. Man nennt sie auch Nebenmonde und Nebensonnen.

Zur Originalseite

Sonnenuntergang zur Sonnenwende bei Stonehenge

Über der historischen Stätte Stonehenge ist der Himmel glasklar und spielt alle Farben von Gelb bis Violett. Zwischen zwei Monolithen geht gerade die Sonne unter.

Bildcredit und Bildrechte: English Heritage, Josh Dury

Gestern erreichte die Sonne ihren südlichsten Punkt am Himmel der Erde. Man nennt ihn die Sonnenwende. Sie markiert in vielen Kulturen den Wechsel der Jahreszeiten. Auf der Nordhalbkugel der Erde wechselt der Herbst zum Winter und auf der Südhalbkugel wird der Frühling zum Sommer.

Unser Bild zeigt den Moment vor dem Beginn der längsten Nacht im Norden 2025 in Stonehenge in Großbritannien. Dort sieht man, wie ein 4,5 Milliarden Jahre alter Feuerball genau zwischen den Steinen untergeht, die vor 4500 Jahren präzise angeordnet wurden. Nicht einmal die Kreiselbewegung der Erdachse über die Jahrtausende hat die astronomische Bedeutsamkeit des Sonnenuntergangs in Stonehenge verändert.

Zur Originalseite

Sonnenwend-Sonnen-Tätowierung

Vorne führt ein geteerter Weg zu einem Bergdorf, rechts ist ein Geländer. Auf dem Boden ist ein weißer Abdruck des Zauns. Dort, wo der Zaun einen Schatten auf den Boden warf, konnte der Frost am Boden nicht schmelzen und bildete ein weißes Muster.

Bildcredit und Bildrechte: Marcella Pace

Das Wort „Solstitium“ stammt aus dem Lateinischen. Es bedeutet „Sonne“ und „anhalten“ oder „stillstehen“. Der deutsche Begriff „Sonnenwende“ geht noch weiter. Tatsächlich verlangsamt sich die jährliche Nord-Süd-Bewegung der Sonne am Himmel in den Tagen um die Sonnenwende herum, hält inne und kehrt dann die Richtung um. Rund um die Sonnenwenden ändert sich der Bahnbogen der Sonne am Himmel daher nur wenig.

Am Himmel der Nordhalbkugel der Erde steht der Bogen der Sonne um die Dezember-Sonnenwende sehr tief. Zusammen mit den niedrigen Temperaturen an der Oberfläche hinterließ er hier eine deutliche Spur auf dem Weg, der zum Bergdorf Peaio in Norditalien führt.

Der morgendliche Frost auf der Straße konnte nur dort schmelzen, wo das Sonnenlicht den Boden erreichte. Dort, wo ständig der Schatten des Zauns lag, blieb er der Frost bestehen und malte ein Bild des Zauns auf den Asphalt.

Zur Originalseite

Die Sonne und ihre fehlenden Farben

Ein regenbogenfarbiges Spektrum des Sonnenlichts, das zeilenweise von links oben (rot) nach rechts unten (blau) verläuft. Viele dunkle Streifen sind im Spektrum zu erkennen.

Bildcredit: Nigel Sharp (NSF), FTS, NSO, KPNO, AURA, NSF

Es ist noch immer unbekannt, warum im Licht der Sonne bestimmte Farben fehlen. Hier könnt ihr alle Farben der Sonne sehen. Dazu wurde das Sonnenlicht durch ein prismenähnliches Gerät geschickt. Das Spektrum entstand im McMath-Pierce Solar Observatory. Es zeigt, dass die scheinbar weiße Sonne Licht in fast allen Farben ausstrahlt. Aber am hellsten ist ihr gelbgrünes Licht.

Die dunklen Flecken in diesem Spektrum entstehen durch Gas an oder über der Oberfläche der Sonne. Es absorbiert das darunter abgestrahlte Sonnenlicht. Verschiedene Gase absorbieren Licht unterschiedlicher Farben. So lässt sich bestimmen, aus welchen Gasen die Sonne besteht. Helium zum Beispiel wurde 1868 zuerst im Sonnenspektrum entdeckt und dann später hier auf der Erde gefunden. Heute sind die meisten dieser Absorptionslinien identifiziert – aber nicht alle.

Zur Originalseite

Rakete vor der Sonne

Eine Rakete zieht wie ein dunkles Streichholz über die Sonne. Auf der Sonnenoberfläche sind viele dunkle Sonnenflecken und aktive Regionen.

Bildcredit und Bildrechte: Pascal Fouquet

Am Morgen des 24. September kreuzte eine Rakete die helle Scheibe der Sonne. Der Schnappschuss entstand in Orlando in Florida mit Teleskop. Das liegt etwa 50 Meilen nördlich vom Startplatz am Kennedy-Weltraumzentrum. Die Rakete brachte drei neue Missionen ins All, die das Weltraumwetter beobachten.

Alle drei Missionen schickten bereits auf ihrer Reise zu L1 ihre Signale. L1 ist ein Lagrangepunkt von Erde und Sonne. Er liegt etwa 1,5 Millionen Kilometer vom Planeten Erde entfernt Richtung Sonne. Eine Mission ist die Interstellaren Kartierungs- und Beschleunigungssonde (Interstellar Mapping and Acceleration Probe) der NASA. Die zweite ist das Carruthers-Geocorona-Observatorium, und die dritte ist Space Weather Follow-On Lagrange 1 (SWFO-L1) der nationalen Meeres- und Atmosphären-Verwaltung (National Oceanic and Atmospheric Administration, NOAA).

Es passt, dass hinter der vorbeifliegenden Rakete auf der Sonne ein paar wichtige Faktoren für Weltraumwetter posieren. Es sind dunkle Sonnenflecken und aktive Regionen. Rechts über der Spitze der Rakete ist die große Aktive Region AR4225.

Zur Originalseite