Erntemond hinter dem Ätna, der ausbricht

Über der italienischen Stadt Nikosia auf der Insel Sizilien geht der Vollmond auf. Der rot beleuchtete Rauch über dem Horizont steigt aus dem Ätna auf. Nach rechts wird der Himmel auf dem zusammengesetzten Bild immer dunkler.
Bildcredit und Bildrechte: Dario Giannobile

Habt ihr schon einmal gesehen, wie der Vollmond aufgeht? Dieses farbige Bild wurde letzte Woche fotografiert, und zwar in der Nähe der italienischen Stadt Nikosia auf Sizilien. Auf dem Bildkomposit geht der Mond auf, während der Himmel dunkel wird. Aus dem Ätna steigt Rauch auf und ragt über den Horizont. Das rosarote Band tiefer am Himmel ist der Venusgürtel.

Bei Vollmond stehen sich Mond und Sonne am Himmel gegenüber. Der Mond geht genau dann auf, wenn die Sonne untergeht. Der Zyklus einer Mondphase dauert ungefähr 29,5 Tage (doch der Mond braucht nur etwa 27 Tage, um die Erde zu umrunden). Üblicherweise gibt es einen Vollmond pro Monat. In manchen Kulturen auf der Nordhalbkugel nennt man den Vollmond im September Erntemond. Hat eure Kultur einen besonderen Namen dafür? (Ein Vollmond mit einem anderen Namen wäre genauso hell.)

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McGetchin: ein neuer Mondkrater

Das Vorher-Bild zeigt eine Mondoberfläche, die von vielen kleinen Kratern übersät ist. Das Nachher-Bild zeigt denselben Ort. Doch er wird nun von einer großen, dunklen Vertiefung eingenommen, der von einem Grat umgeben ist, der zur Oberfläche hin abfällt.

Bildcredit: NASA/GSFC/Intuitive Machines; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Auf dem Mond entstand ein einzigartiger Krater! Ein Komet oder Planetoid stürzte irgendwann zwischen April und Mai 2024 auf den Mond. Er war etwa so groß wie ein Buckelwal (ungefähr 10-20 Meter).

Die Raumsonde Lunar Reconnaissance Orbiter (LRO) schickte diese Bilder der Mondoberfläche, die vor und nach dem Ereignis entstanden. LRO überwacht den Mond monatlich.

Der Krater, der beim Einschlag entstand, ist etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Er wurde nach McGetchin benannt, einem Mondwissenschaftler aus der Apollo-Ära. So große Krater erwartet man nur ungefähr alle 132 Jahre!

Nach dem Einschlag wurden Wärmebilder aufgenommen. Sie zeigten einen großen kalten Fleck um den warmen Krater. Einschläge auf der Oberfläche wirbeln Mondgestein auf. Dadurch wird es weniger dicht und kann Wärme schlechter speichern. Die losen Mondsedimente nennt man Regolith.

Das Ereignis betraf also eine deutlich größere Fläche als den Krater, den wir sehen. Er wird uns helfen, die Mondoberfläche deutlich besser zu verstehen. Außerdem erinnert er uns daran, dankbar zu sein, dass die Erde eine Atmosphäre hat.

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Sonnenfinsternis am Tag: Mond verdeckt Venus

Hinter Wolkenfetzen schimmert die blasse Mondsichel. Darüber glänzt die helle Sichel der Venus. Die Sonne beleuchtet bei der Venus einen größeren Teil der Oberfläche als beim Mond. Der Himmel dahinter ist blau, denn die Bedeckung der Venus durch den Mond fand tagsüber statt.
Bildcredit und Bildrechte: Arnaud Mariat

Da war etwas hinter den Wolken. Bei genauer Betrachtung war es der Mond. Gestern war es schwierig, ihn mittags über dem kleinen Dorf Cessy in Frankreich zu sehen. Doch bald war da nicht mehr nur der Mond. Wie erwartet trat plötzlich ein heller Punkt hinter dem Mond hervor – der weit entfernte Planet Venus.

Beide wurden auf diesem Einzelbild fotografiert und zeigten eine Sichelphase. Die Sichel des Mondes war ziemlich schmal. Nur zu etwa 10 Prozent seiner Vorderseite waren von der Sonne beleuchtet. Die Sichel der Venus war hingegen voller. Sie war zu etwa 25 Prozent beleuchtet. Die Venus wirkte heller, weil sie näher an der Sonne ist. Außerdem reflektieren ihre Wolken mehr Licht als die dunkle Mondoberfläche.

Eine Bedeckung der Venus durch den Mond sieht man nur auf etwa 10 Prozent der Erde. Noch dazu fand das gestrige Ereignis fast überall bei Tag statt.

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Apollo 11: Sonne tanken

Siehe Beschreibung. XXX Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.
Bildcredit: Apollo 11, NASA (Bild-Scan: Kipp Teague)

Gleißend helles Sonnenlicht und lange dunkle Schatten prägen dieses Bild der Mondoberfläche. Es wurde am 20. Juli 1969 vom berühmten Apollo-11-Astronauten Neil Armstrong aufgenommen. Er war der erste Mensch, der den Mond betrat.

Dieses Foto zeigt die Mondlandefähre Eagle und ihren Piloten Buzz Aldrin im Raumanzug. Man sieht, wie Aldrin ein langes Stück Folie ausrollt. Hierbei handelt es sich um das Berner Sonnenwindsegel, welches auch als Solar Wind Composition Experiment bekannt ist. Es ist das einzige nicht-amerikanische Experiment, das Teil der Mondlandung war. Wird das Sonnensegel zur Sonne ausgerichtet, fängt es Teilchen des Sonnenwindes und damit der Sonne selbst ein.

Das Sonnenwindsegel wurde gemeinsam mit 22 Kilogramm Mondgestein und Bodenproben zur Erde zurückgebracht. Dort wurde alles in Laboratorien genau analysiert.

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Dem Mondschatten hinterher

Der Blick aus dem Cockpit einer WB-57F zeigt die Sonne über dem Kopf des Piloten. Sie ist vom Neumond verdeckt, nur die Korona strahlt hell. Links neben der Bildmitte leuchtet die Venus, rechts Jupiter und Merkur. Der Himmel ist dunkel, doch der Horizont, der außerhalb des Mondschattens liegt, ist hell.
Bildcredit: NASA

Am 12. August jagte eine WB-57F der NASA den Schatten des Neumondes. Sie stieg vor der Küste von Island in die Lüfte, um die totale Sonnenfinsternis zu beobachten. Die WB-57F ist ein Forschungsflugzeug für große Höhen. Es folgte dem präzise berechneten Pfad der Totalität in einer Höhe von etwa 15.000 Metern, um die Zeit im Mondschatten so lang wie möglich auszureizen.

An Bord war eine Reihe hochauflösender Kameras. Sie sammelten Daten der Finsternis oberhalb von Wolken, Staub und Wasserdampf in der Atmosphäre, welche Beobachtungen näher am Boden stören.

Das Bild aus dem Cockpit stammt aus einem Video, das beim Flug gefilmt wurde. Es zeigt, wie die Korona der Sonne am Beginn der Totalität zum Vorschein kommt. Der Himmel ist im Schatten des Mondes dunkel. Links über der Bildmitte leuchtet die Venus. Jupiter und Merkur stehen rechts neben der verfinsterten Sonne. Unten am fernen Horizont, der außerhalb des Mondschattens liegt, ist der Himmel hell.

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Die Finsternis und die Störchin

Eine Störchin steht auf einem Bein im Nest, bereit zum Schlaf, während hinter die teilweise verfinsterte Sonne untergeht. Das Bild im Gegenlicht ist stark orange gefärbt.
Bildcredit und Bildrechte: Włodzimierz Bubak; Text: Cecilia Chirenti (NASA GSFC, UMCP, CRESST II)

Wie reagieren Tiere auf eine totale Sonnenfinsternis? Hier ruht eine Störchin während der partiellen Phase der totalen Sonnenfinsternis, die kürzlich stattfand, auf ihrem Nest, das in Polen steht. Wenn ihr das Glück habt, an einem ruhigen Ort in der Natur eine totale Finsternis zu erleben, bemerkt ihr vielleicht, wie Tiere sich tagsüber ungewöhnlich verhalten.

Während der Totalität hört ihr vielleicht nächtliche Geräusche wie Grillen oder Frösche, und ihr seht vielleicht Glühwürmchen. In der Dunkelheit sind die meisten Vögel still. Enten und andere Wasservögel denken, es wäre Zeit zu schlafen, und bereiten sich darauf vor, auf einem Bein zu ruhen. Sie verdrehen ihre Köpfe und stecken die Schnäbel unter die Rückenfedern (sie schlafen nicht wirklich mit dem Kopf unter einem Flügel).

Wenn das Sonnenlicht am Ende der Totalität zurückkehrt, grüßen Singvögel die „neue Dämmerung“ mit ihren Morgenliedern. Die Grillen und Frösche sind wieder still. Tiere und Menschen setzen ihr Leben fort, das die zufällige Anordnung von Sonne und Mond nur kurz unterbrochen hat.

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Sonnenfinsternisse und Kulturen

Das Bild ist aus vielen Streifen zusammengesetzt. In jedem Streifen ist die Sonne während einer anderen Phase der Finsternis zu sehen. Der Streifen in der Mitte, der die Totalität zeigt, ist dunkel. Nachrechts hin geht die Sonne unter, daher werden die Streifen dort zunehmend dunkler und rötlicher.
Bildcredit und Bildrechte: Javier Castro; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Stellt euch vor, ihr hättet noch nie von einer Sonnenfinsternis gehört. Euer ganzes Leben lang konnte man vorhersagen, wie sich die Sonne verhält. Doch eines Tages seht ihr mit eigenen Augen, wie sich der Himmel so verfärbt wie auf dem gestreiften Bild von heute. Es wurde bei der Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in einem Zeitraum von zwei Stunden aufgenommen. Die Sonne verschwindet bis auf einen hellen, leeren Ring. Was würdet ihr denken, was passiert ist?

Menschen deuteten Finsternisse in der Geschichte auf verschiedenste Weise. Ihre Beobachtungen integrierten sie mit Ideen von Verbundenheit, Gefahr oder Wiedergeburt in ihre Kulturen. „Eklipse“ leitet sich vom griechischen Wort „ékleipsis“ ab, das bedeutet „Verlassen“. Im antiken Griechenland zeigte eine Sonnenfinsternis den Zorn der Götter, indem die Sonne die Menschheit verließ.

Für das Volk der Diné ist die himmlische Anordnung eine Zeit der Erneuerung. Aus Respekt und um sich vor zu viel Sonnenlicht zu schützen, bleiben die Diné im Haus, bis sich Sonne und Mond wieder trennen. Die Batammariba in Benin und Togo glauben, dass Sonne und Mond bei einer Finsternis miteinander kämpfen. Daher ruft die Gemeinschaft zu Frieden untereinander auf.

Finsternisse sind ein Beispiel für eine lange Verbindung zwischen Astronomie und Gesellschaft.

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Ein Flugzeug vor der Mondfinsternis

Der teilweise verfinsterte Mond füllt beinahe das Bild. Von rechts fliegt ein Flugzeug davor vorbei. Der dunkle Mondschatten ist links unten.
Bildcredit: Paulo Ferreira

Musste man in diesem Flugzeug auf der rechten Seite sitzen, um die Finsternis zu sehen? Nein. Eine Mondfinsternis sieht man auf der ganzen Erdhälfte, die während der Finsternis zum Mond zeigt. Daher zählen Mondfinsternisse zu den astronomischen Ereignissen, die am häufigsten beobachtet werden.

Man braucht nicht einmal spezielle Instrumente, um eine Mondfinsternis zu sehen. Die bloßen Augen sind gut genug. Mondfinsternisse gehören zu den astronomischen Ereignissen, die sehr häufig fotografiert werden. Man muss dazu weder die Augen noch eine Kamera zur gleißenden Sonne richten. Das ist anders als bei einer Sonnenfinsternis.

Dieses Bild wurde letzte Woche in Portugal fotografiert. Wenn ihr in diesem Flugzeug auf der linken Seite gesessen wärt, als es abhob, hättet ihr die Finsternis vielleicht nicht gesehen – zumindest am Beginn. Doch Mondfinsternisse dauern für gewöhnlich mehrere Stunden. Ihr hättet also bald nach dem Start die Sitzreihen tauschen können, um den Mond im Schatten zu sehen.

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