Wie sehen Polarlichter von oben aus? Seht her! Vom Boden aus gesehen tanzen Polarlichter hoch über den Wolken. Dabei sorgen sie oft für spektakuläre Anblicke. Aus dem Weltraum sehen sie etwas anders aus. Die Internationale Raumstation (ISS) umrundet die Erde alle 90 Minuten. Dabei fliegt sie manchmal über Polarlichter, die auf der Nachtseite der Erde aktiv sind. Dieses Zeitraffer-Video zeigt Polarlichter. Es wurde vor rund zwei Wochen von der ISS aus aufgenommen. Die ISS und alle Objekte in erdnahen Umlaufbahnen fliegen weit über grünen Polarlichter, aber nur ein kleines Stück über rot leuchtenden. Die Polarlichter bestehen aus Strömen von Elektronen und Protonen. Diese sind zu dünn um eine Gefahr für die ISS darzustellen – so wie Wolken ungefährlich für Flugzeuge sind. Aus der Umlaufbahn scheinen Polarlichter sich wie riesige Schlangen zu winden und zu kriechen. Das passiert, wenn die Magnetfelder sich ändern. Die französische Astronautin Sophie Adenot nahm dieses einminütige Video auf. Sie ist derzeit Teil der Crew der ISS-Expedition 74.
Die Erde zwischen den Planeten

Am 19. Juli 2013 gab es eine interplanetare Premiere. Die Erde wurde am selben Tag aus der Sicht zweier anderer Planeten im Sonnensystem fotografiert. Ein Bild entstand beim innersten Planeten Merkur, das andere beim Ringplaneten Saturn.
Das linke Bild zeigt die Erde als blassblauen Punkt unter den Saturnringen. Es wurde von der Raumsonde Cassini aufgenommen, die damals um den äußersten Gasriesen kreiste. Am selben Tag machten viele Menschen auf der Erde Schnappschüsse von Saturn.
Im rechten Bild sieht man das Erde-Mond-System vor dem dunklen Hintergrund des Weltraums. Es stammt von der Raumsonde MESSENGER, die sich damals im Orbit um Merkur befand. Das Bild entstand bei der Suche nach kleinen natürlichen Begleitern des Planeten Merkur. Solche Monde müssten ziemlich lichtschwach sein. Im MESSENGER-Bild sind die hellere Erde und der Mond überbelichtet. Sie strahlen im reflektierten Sonnenlicht.
Cassini und MESSENGER erforschten das Sonnensystem. Mittlerweile haben beide ihre Missionen beendet. Eine Rückkehr zur Erde war für keine der beiden Sonden geplant.
Polarlichter verzaubern den Himmel

Wie Salsa Verde auf einem Burrito überzieht ein grünes Polarlicht den Himmel. Das Bild entstand am 25. Juni 2017 auf der Internationalen Raumstation ISS. Die Station kreist ca. 400 km über der Erde. Dort befindet sie sich im oberen Bereich der Polarlichter.
Polarlichter leuchten in den typischen Farben, wenn Moleküle und Atome, die mit geringer Dichte verteilt sind, in extremer Höhe angeregt werden. Das Leuchten von atomarem Sauerstoff bestimmt das Bild. Tiefer unten leuchtet der Sauerstoff faszinierend grün. Rötliche Streifen, die man seltener sieht, steigen über dem Horizont der Raumstation auf.
Die Aufnahme entstand, als die Raumstation über einen Punkt südöstlich von Australien flog. Die Sterne rechts über dem Horizont gehören zum Sternbild Canis Major, Orions großem Hund. Sirius ist der hellste Stern im Großen Hund. Er strahlt knapp über dem Horizont der Erde.
Der Mond geht hinter dem Vulkan Teide unter
Diese Menschen sind nicht in Gefahr. Was hier von links oben kommt, ist nur der weit entfernte Mond. Luna sieht hier so groß aus, weil ihr sie durch ein Teleobjektiv seht. Die Erde verursacht den Großteil der Bewegung. Weil sie sich dreht, verschwindet der Mond langsam hinter dem Berg Teide, einem Vulkan auf den Kanarischen Inseln. Diese gehören zu Spanien und liegen vor der Nordwestküste Afrikas.
Die Menschen im Film sind 16 Kilometer entfernt. Viele blicken zur Kamera, weil hinter dem Fotografen die Sonne aufgeht. Es ist kein Zufall, dass der Vollmond genau dann aufgeht, wenn die Sonne untergeht. Das liegt daran, dass die Sonne am Himmel stets gegenüber dem Vollmond steht. Dieses Video entstand 2018 während eines Vollmonds im Frühling. Im Englischen trägt dieser die Bezeichnung „Milk Moon“ (Milchmond). Das Video ist kein Zeitraffer. Der Mond ging wirklich so schnell unter.
Riesige Schwaden im Inneren der Erde
Warum gibt es im Inneren der Erde ausgedehnte, ungewöhnliche Massen? Das weiß niemand. Die Menschheit beobachtet, wie Erdbeben im Inneren unseres Planeten grollen. Dabei entdeckte man zwei Strukturen in der Tiefe. Es scheint, als hätten sie eine ungewöhnliche Temperatur, oder ihre chemische Zusammensetzung weicht ab. Vielleicht trifft sogar beides zu.
Eine Hypothese lautet, dass die Superschwaden aus Geröll bestehen, das absank. Es blieb vielleicht von der Kollision übrig, bei der vor ca. 4,5 Milliarden Jahren die Ur-Erde zerbrach. Dabei entstand auch der Erdmond. Eine andere Theorie besagt, dass sie die Schutthalden alter tektonischer Platten sind, die im Laufe der letzten paar Milliarden Jahre langsam untereinander glitten.
Ungeachtet ihres Ursprungs können wir davon ausgehen, dass sich die Superschwaden auf den Vulkanismus an der Erdoberfläche auswirken. Vielleicht führen sie sogar dazu, dass Inseln entstehen, z. B. der Inselkette von Hawaii.
Die riesigen Schwaden in der Erde beschreibt man auch als „große Gebiete mit geringer Schergeschwindigkeit“ 1. Hier sind sie als Animation visualisiert.
- Large Low-Shear-Velocity Provinces, LLSVPs ↩︎
Wellen auf Titan
Wolltet ihr schon einmal auf einer fremden Welt surfen? Die Suche nach der perfekten Welle können wir nun von der Erde auf das ganze Sonnensystem ausweiten und sogar darüber hinaus. Forschende entwickelten ein neues Modell, das Wellen auf fremden Planeten simuliert.
Titan ist einer von 274 bestätigten Monden bei Saturn. Er ist auch das einzige Objekt im Sonnensystem neben der Erde, von dem wir wissen, dass es auf seiner Oberfläche flüssige Seen und Ozeane gibt. Dieses Video zeigt zwei Simulationen von Wellen auf der Erde und auf Titan nebeneinander. Für beide Himmelskörper sind die Bedingungen gleich. Die Markierung misst in Metern. Wenn eine leichte Brise weht, erzeugt sie auf Titan viel höhere Wellen als auf der Erde, weil die Seen dort mit flüssigen Kohlenwasserstoffen gefüllt sind.
In ein paar Jahren startet die Mission Dragonfly laut Plan der NASA. Sie soll 6 Jahre lang reisen. Um Titan zu erforschen, führt einen Drehflügler mit sich. Die Mission soll auch prüfen, ob der Mond für Mikroben bewohnbar wäre.
Erduntergang am iPhone
Wie sieht ein Erduntergang aus? Reid Wiseman war Kommandant von Artemis II. Er fing beim historischen Flug um den Mond einen weiteren Blick auf die Erde ein. Kommandant Wiseman nahm sein Video mit 8-fachem Zoom auf einem iPhone auf. Es zeigt, wie unser Planet langsam hinter dem Mond verschwindet.
Auf der Erde sinkt die Sonne jeden Tag unter den Horizont. Das liegt daran, dass sich die Erde in rund 24 Stunden einmal um ihre Achse dreht. Der Erduntergang aus Sicht von Artemis II entsteht aber nicht durch die Drehung des Mondes. Vielmehr flog das Raumschiff hinter den Mond (bei ca. 55 Sekunden in diesem Video).
Früher waren Fotos der Erde aus dem All selten. Heute nehmen viele Satelliten sie mehrmals pro Tag auf. Der Satellit SWOT (Surface Water and Ocean Topography) der NASA ist einer von ihnen. Auch die Satelliten Landsat 8 und 9 der USGS gehören dazu. Letztere helfen in der Landwirtschaft bei der Verwaltung von Wasser. Agenturen für Raumfahrt arbeiten heute weltweit zusammen. Dabei liefern sie einzigartige und immer bessere Blicke auf unsere Erde.
Heute ist Tag der Erde
Artemis II: Der 6. Flugtag

Am 6. Flugtag gelang der Mission Artemis II ein historischer Vorbeiflug. Bei dem Manöver umrundete sie am 6. April die Rückseite des Mondes. Es war der erste Vorstoß der Menschheit in die Tiefen des Alls seit dem Jahr 1972. Damals reiste Apollo 17 zum Mond.
Das Orion-Raumschiff Integrity erreichte dabei die größte Distanz zur Erde. Sie betrug fast 407.000 km. Die Besatzung der Artemis II bestand aus Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen. Sie brachen den Rekord für die größte Distanz zur Erde, die je ein Mensch erreicht hat. Den früheren Rekord stellte die Besatzung von Apollo 13 im Jahr 1970 auf.
Am 6. Flugtag entstand dieses Selbstporträt aus dem Weltraumzeitalter hinter dem Mond. Es zeigt das Raumschiff und die Rückseite des Mondes. Die Kamera war an einem Sonnensegel befestigt. Der Planet Erde, die Heimat der Besatzung von Artemis II, ist die kleine helle Sichel hinter dem Mond.
Am 10. Flugtag kehrte die Mission Artemis II mit dem Raumschiff Orion sicher zur Erde zurück.