Sharpless 249 und der Quallennebel

Links oben schimmert ein magentafarbener Nebel, der von dunklen Staubwolken unterbrochen wird. Rechts unten ist ein fliederfarbener Nebel, der an eine Qualle erinnert. Die beiden helleren Sterne im Bild sind My und Eta Geminorum.

Bildcredit und Bildrechte: Katelyn Beecroft

Der Quallennebel ist meist blass und nur schwer zu erkennen. Dieses faszinierende Teleskopbild ist eine Langzeitbelichtung. Darauf treibt der Nebel im interstellaren Meer. Rechts und links rahmen ihn zwei helle Sterne, My und Eta Geminorum, die am Fuß der himmlischen Zwillinge leuchten. Der Quallennebel ist der hellere, gebogene Emissionsgrat rechts neben der Bildmitte, an dem Tentakel hängen.

Die kosmische Qualle ist Teil des blasenförmigen Supernova-Überrests IC 443. Er ist die Trümmerwolke eines massereichen Sterns, der bereits explodiert ist. Sie dehnt sich aus. Das Licht der Explosion erreichte die Erde vor über 30.000 Jahren. Sein astrophysikalischer Cousin ist der Krebsnebel. Auch er ist ein Supernova-Überrest. Wie dieser enthält auch der Quallennebel einen Neutronenstern. Das ist der übrig gebliebene ultradichte Überrest des kollabierten Sternkerns.

Ein Emissionsnebel ist als Sharpless 249 katalogisiert. Er füllt das Feld oben links aus. Der Quallennebel ist ca. 5000 Lichtjahre von uns entfernt. Der Bereich im Bild ist etwa 300 Lichtjahre breit.

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Orion in Nebeln

Das Sternfeld im Bild ist voller Gas, das rot leuchtet. Rechts schimmert ein blauer, komplexer Nebel. Links wölbt sich ein langer Bogen aus rotem Gas, der um Orion verläuft. Es ist die Barnardschleife.

Bildcredit: Piotr Czerski

Im Orion entstehen junge Sterne. Sie sind in Wasserstoff gehüllt, der rot leuchtet. Diese Gebiete mit Sternbildung sind etwa 1500 Lichtjahre entfernt und liegen am Rand des großen Orion-Molekülwolkenkomplexes. Das detailreiche Bild ist etwa 12 Grad breit und zeigt das Zentrum des bekannten Sternbilds. Rechts unten liegt der große Orionnebel. Er ist das nächstgelegene große Gebiet, in dem Sterne entstehen. Oben in der Mitte schimmern der Flammennebel und der Pferdekopfnebel.

Das Bild ist ein Mosaik aus mehreren lang belichteten Fotos. Einzelne Aufnahmen, die mit einem H-alpha Filter entstanden sind, tragen weitere Strukturen bei. Dazu gehören die zarten Ranken aus atomarem Wasserstoff, der angeregt wurde, sowie Teile der Barnardschleife, die außen herum verläuft. Der Orionnebel und viele Sterne im Orion sieht man leicht mit freiem Auge. Das Licht des großflächigen interstellaren Gases im nebelreichen Komplex ist viel schwächer. Daher erkennt man es auch beim Blick durch ein Teleskop nur schwer.

Himmlische Überraschung: Welches Bild zeigte APOD zum Geburtstag? (ab 1995, deutsch ab 2007)

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Rosen sind rot

Der Rosettennebel ist hier innen blau gefärbt. Außen herum leuchtet ein dichter roter Nebel. Innen wurde der Nebel von neu entstandenen Sternen freigeräumt.

Bildcredit und Bildrechte: Raffaele Calcagno; Text: Keighley Rockcliffe (NASA GSFC, UMBC CSST, CRESST II)

Rosen sind rot, Nebel auch. Dieses Geschenk zum Valentinstag ist ein atemberaubender Anblick! Das Bild ist ein liebevoller Blick auf den Rosettennebel (NGC 2237). Er ist eine kosmische Blüte aus hellen, jungen Sternen. Diese sitzen auf einem Stiel aus heißem Gas, das leuchtet. Die blau-weißen Flecken der Rose gehören zu den leuchtkräftigsten Sternen der Galaxis. Einige davon brennen millionenfach heller als die Sonne.

Ihre Sternwinde formen die berühmte Rosenform, indem sie Gas und Staub aus dem Zentrum treiben. Obwohl sie nur wenige Millionen Jahre alt sind, nähern sich diese massereichen Sterne schon dem Ende ihrer Existenz. Die schwächeren Sterne, die in den Nebel eingebettet sind, leuchten hingegen noch Milliarden Jahre.

Die leuchtend rote Farbe stammt von Wasserstoff, das durch das ultraviolette Licht der jungen Sterne ionisiert wird. Das blau-weiße Zentrum der Rose ist falsch eingefärbt, um die Vorkommen von ähnlich ionisiertem Sauerstoff zu zeigen.

Der Rosettennebel erinnert uns an die Schönheit und Verwandlung, die mit dem Gefüge des Universums verwoben sind.

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Webb zeigt den planetarischen Nebel der roten Spinne

Hinter dicht verteilten Sternen, die sehr unterschiedlich hell leuchten, breitet sich ein Nebel aus, der nicht nur faszinierend geformt ist, sondern auch interessant gefärbt. In der Mitte leuchtet er gelb-rot, die Fortsätze außen sind leuchtend blau.

Bildcredit: ESA/Webb, NASA und CSA, J. H. Kastner (RIT)

Oh welch ein verworren Netz ein planetarischer Nebel weben kann! Der planetarische Nebel der Rote Spinne hat eine komplexe Struktur. Sie entsteht, weil ein gewöhnlicher Stern seine äußere Gashülle abstößt und zu einem Weißen Zwerg wird. Der Nebel ist als NGC 6537 bekannt. Er ist einer der bipolaren planetarischen Nebel. Diese haben zwei helle Flügel, die meist symmetrisch sind. Der Weiße Zwerg im Zentrum zählt zu den heißesten, die je beobachtet wurden. Wahrscheinlich ist er Teil eines Doppelsternsystems.

Von den Sternen im Zentrum strömen Winde aus, deren Geschwindigkeit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde beträgt. Diese Winde strömen die Nebelwände entlang. Dabei stoßen Wellen aus heißem Gas auf Staub. Das führt dazu, dass sich der Nebel immer mehr weitet. Die Atome in den Stoßwellen strahlen Licht ab, wie man auf diesem Bild in Falschfarben-Infrarot des James-Webb-Weltraumteleskops sieht.

Der Rote-Spinne-Nebel befindet sich im Sternbild Schütze (Sagittarius). Seine Entfernung ist nicht genau bekannt. Sie wird auf 4000 Lichtjahre geschätzt.

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M78: Reflexion in Blau in einem Meer aus Rot

In einem Meer aus roten Nebeln leuchten in der Mitte zwei Reflexionsnebel: M78 und NGC 2071. Links oben verläuft ein Teil der Barnardschleife in Weiß.

Bildcredit und Bildrechte: Daniel McCauley

Im Sternbild Orion befindet sich ein riesiger Komplex aus Molekülwolken. Darin treten mehrere leuchtend blaue Nebel deutlich hervor. Mitten im Bild sind zwei sehr markante Reflexionsnebel. Diese Staubwolken erstrahlen im reflektierten Licht heller Sterne, die darin eingebettet sind. Der bekanntere Nebel ist M78 mitten im Bild. Er wurde schon vor über 200 Jahren katalogisiert. Links darüber liegt der weniger bekannte NGC 2071.

Forschende untersuchen diese Reflexionsnebel ständig, um besser zu verstehen, wie darin Sterne entstehen. Das diffuse rote Leuchten stammt von Wasserstoff. Er bedeckt einen Großteil im Orion-Komplex. Dieser wiederum nimmt weite Teile im Sternbild Orion ein. Der riesige Komplex ist etwa 1.500 Lichtjahre entfernt. In seiner Nähe sind der Orionnebel, der Pferdekopfnebel und die Barnardschleife. Letztere sieht man hier teilweise links oben als weißes Band.

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NGC 55: Eine Galaxie voller Nebel

Die Galaxie NGC 55 im Bild wirkt flach. Sie schimmert wie ein Schatzkästchen voller Juwelen. Die leuchtenden Flecken sind Nebel aus Wasserstoff und Sauerstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Wolfgang Promper; Text: Ogetay Kayali (MTU)

Kann man Nebel in anderen Galaxien sehen? Ja – manche Nebel leuchten hell genug, wenn man weiß, wie man sie findet. Wolken aus Wasserstoff und Sauerstoff geben Licht in ganz bestimmten Farben ab. Astronom*innen und Astrofotograf*innen können diese Farben mit Filtern isolieren. Dadurch heben sie Strukturen hervor, die sonst zu schwach leuchten, um sie zu bemerken.

Diese Aufnahme wurde 50 Stunden belichtet. Sie zeigt die Galaxie NGC 55, die wir fast von der Kante sehen. Leuchtender Wasserstoff (rot) und Sauerstoff (blau) sind hier besonders betont. Das Bild zeigt, dass die Galaxie von Emissionsnebeln übersät ist. Manche liegen in der Staubscheibe der Galaxie, manche darüber. So bietet sich ein detaillierter Blick auf ferne Sternbildungsgebiete.

NGC 55 wird auch die Perlenkettengalaxie genannt. Oft vergleicht man sie mit der Großen Magellanschen Wolke (GMW), einer Begleitgalaxie unserer Milchstraße. Allerdings ist NGC 55 mit einer Entfernung von 6,5 Millionen Lichtjahren viel weiter weg.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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LDN 1622: Dunkler Nebel im Orion

Die Astronomin Beverly Turner Lynds katalogisierte die dunkle Wolke im Bild als LDN 1622. Sie hat den Spitznamen Butzemann-Nebel und liegt vor einer Wolke aus leuchtendem Wasserstoff.

Bildcredit und Bildrechte: Chris Fellows

Die Silhouette einer dunklen Wolke prägt diese kosmische Szene. LDN 1622 (Lynds‚ dunkler Nebel 1622) liegt vor einer sanft leuchtenden Wolke aus Wasserstoff. Man erkennt ihn erst auf lang belichteten Aufnahmen deutlich. Im Gegensatz dazu findet man den helleren Reflexionsnebel vdB 62 leichter: Er liegt knapp über der dunklen Wolke.

LDN 1622 befindet sich in der Scheibe unserer Milchstraße nahe bei einer Gegend am Himmel, die als Barnards Schleife bekannt ist. Diese große Wolke umgibt die vielen Emissionsnebel im Gürtel und Schwert des Sternbilds Orion. Der Staub der dunklen Wolke LDN 1622 ist wahrscheinlich ähnlich weit von uns entfernt, nämlich ungefähr 1500 Lichtjahre. Die Wolke ist im Bild 3 Grad breit. In ihrer Entfernung beträgt ihr Durchmesser daher ganze 100 Lichtjahre! Im Staub sind junge Sterne versteckt. Sie wurden mit der Infrarotkamera des Weltraumteleskops Spitzer beobachtet.

Dank ihrer gespenstischen Erscheinung erhielt die Wolke LDN 1622 den Spitznamen Butzemann-Nebel (Boogeyman Nebula).

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CTB 1: Der Medulla-Nebel

Ein kompakter roter Nebel leuchtet mitten im Bild. Er ist von roten Nebelschwaden und einem zarten, fast transparenten blauen Schleier umgeben. Seine Form und Struktur erinnern an ein Gehirn.

Bildcredit: Pierre Konzelmann

Wie entsteht dieser ungewöhnliche Nebel? CTB 1 ist eine Gashülle, die sich ausdehnt. Vor etwa 10.000 Jahren explodierte ein Stern im Sternbild Kassiopeia und hinterließ diesen Nebel.

Nahe beim Kern des Sterns bauten Elemente durch Kernfusion einen stabilisierenden Druck auf. Als diese Elemente verbraucht waren, explodierte der Stern. Dabei entstand dieser Supernovaüberrest. Wegen seiner Ähnlichkeit mit der Form eines Gehirns trägt er den Spitznamen Medulla-Nebel. Er leuchtet immer noch im sichtbaren Licht, weil der Nebel mit dem interstellaren Gas kollidiert, das ihn umgibt. Dabei entsteht Hitze.

Der Nebel leuchtet auch im Röntgenlicht. Warum er das tut, wird noch erforscht. Eine Hypothese lautet, dass bei der Explosion ein energiereicher Pulsar entstand. Dieser versorgt wohl den Nebel mit Energie, indem er schnelle Winde ausstößt. Tatsächlich entdeckte man im Radiowellenbereich einen Pulsar, den die Explosion der Supernova mit mehr als 1000 Kilometern pro Sekunde fortgeschleudert hat.

Wenn man den Medulla-Nebel von der Erde aus sieht, ist er so groß wie der Vollmond, aber extrem blass. Daher brauchte man für dieses Bild 84 Stunden Belichtungszeit an einem kleinen Teleskop in Texas in den USA.

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