SDSS J102915+172927: Der Stern, den es nicht geben dürfte

Die Grafik zeigt die Verteilung der Elemente im Stern SDSS J102915+172927. Er enthält 75% Wasserstoff und 25% Helium und nur 0,00007% andere Elemente. Die Tortengrafik liegt vor einem Foto des Sterns.

Bildcredit: ESO, DSS2

Warum enthält dieser Stern so wenig schwere Elemente? Sterne, die in der Generation unserer Sonne entstanden sind, enthalten Elemente, die schwerer sind als Wasserstoff (H) und Helium (He). Diese Elemente sind mit den Atmosphären der Sterne gemischt.

Sterne der Population II entstanden in der Generation vor unserer Sonne. Sie erzeugten einen Großteil der schweren Elemente, die es heute gibt. Diese Sterne enthalten nur wenige Elemente, die schwerer sind als H und He. Es gibt die Vermutung, dass sogar Sterne der Population III eine gewisse Menge an schweren Elementen enthalten haben. Sterne der Population III waren ersten im Universum. Sie sind sehr flüchtig und wurden nie beobachtet. Man vermutet, dass sie große Massen hatten.

Der Stern SDSS J102915+172927 liegt in der Milchstraße und hat wenig Masse. Doch er enthält anscheinend weniger Metalle, als man je bei einem Stern für möglich gehalten hätte. Sein Gehalt an Lithium ist mindestens 50 Mal geringer als die Menge an Lithium, die beim Urknall entstand.

Der Stern wurde bei der Sloan Digital Sky Survey (SDSS) katalogisiert. Er ist oben dargestellt. Man untersuchte diesen Stern sehr genau mit Spektroskopen an einem der großen VLT-Teleskope in Chile. Dabei entdeckte man seine ungewöhnliche Natur. Viele Modelle für Sternbildung zeigen, dass so ein Stern nicht einmal entstanden sein dürfte. Daher wird er weiter untersucht. Eine führende Hypothese vermutet, dass das fragile ursprüngliche Lithium im heißen Kern des Sterns zerstört wurde.

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