Huygens‘ Blick auf Titans Oberfläche

Das verschwommene Bild zeigt eine steinige Landschaft, die in orangefarbenes Licht getaucht ist. Die sensationelle Aufnahme stammt von der Landesonde Huygens, die mit Cassini zu Saturn flog und auf dem Mond Titan landete.

Bildcredit: ESA, NASA, JPL, U. Arizona, Landesonde Huygens

Was würde man sehen, wenn man auf Titan stehen könnte? Dieses Farbbild zeigt die Ansicht einer fremdartigen, weit entfernten Landschaft auf Saturns größtem Mond Titan. Im Jahr 2005 nahm die ESA-Sonde Huygens diese Szene auf. Die Sonde sank damals 2,5 Stunden lang durch die dichte Atmosphäre aus Stickstoff, die mit Methan vermischt ist.

Die Felsen könnten aus gefrorenem Wasser und Kohlenwasserstoffen bestehen. Sie sind in unheimliches orangefarbenes Licht getaucht und liegen in der Szene verstreut. Die unwirtlichen Temperaturen betragen -179 °C. Der hellere Stein links unter der Mitte ist ungefähr 15 Zentimeter groß. Er ist 85 Zentimeter von der Kamera entfernt.

Man vermutet, dass die untertassenförmige Raumsonde etwa 15 Zentimeter tief in die Oberfläche von Titan eindrang. Demnach hätte er etwa die Beschaffenheit von nassem Sand oder Lehm.

Die Batterie der Huygens-Sonde machte es möglich, dass etwas mehr als 90 Minuten nach der Landung Daten aufgenommen und gesendet wurden. Die bizarre chemische Umgebung von Titan könnte der Erde ähnlich sein, bevor darauf Leben entstand.

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Mondspiele

Über einem Nadelwald geht der Sichelmond in der Abenddämmerung unter. Links neben dem Wald steht eine kleine Kirche in der Nähe von Danta di Cadore in Norditalien.

Bildcredit und Bildrechte: Giorgia Hofer

Das hier ist kein Standbild aus einem Videospiel. Es wirkt, als würde sich die kleine Bergkirche unterhalb der Baumgrenze vor dem Mond verstecken. Die Aufnahme entstand am 23. November kurz nach Sonnenuntergang in der Nähe von Danta di Cadore in Norditalien. Sie wurde mit einem Teleobjektiv fotografiert und ist sorgfältig komponiert.

Während die Kirchenmauern von irdischen Flutlichtern beleuchtet werden, reflektiert der Mond das Licht der Sonne. Zu jedem Zeitpunkt beleuchtet die Sonne eine Hälfte der Mondoberfläche. Diese wird dann auch als Tagseite des Mondes bezeichnet. In dieser Nacht sah man allerdings nur einen kleinen Teil der sonnenbeschienenen Oberfläche. Es war etwa drei Tage nach Neumond. Der Mond befand sich in einer zunehmenden Halbmondphase.

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NGC 6888: Der Sichelnebel

Der Sichelnebel (NGC 6888) wurde von einem Wolf-Rayet-Stern aufgebläht. Im Bild hat er eine komplexe rosarote Struktur, die von bläulichen Schleiern umgeben ist.

Bildcredit und Bildrechte: Greg Bass

NGC 6888 ist auch als Sichelnebel bekannt. Er hat einen Durchmesser von 25 Lichtjahren. Diese kosmische Blase wird von Winden des massereichen Zentralsterns aufgeblasen.

Diese Aufnahme wurde mit Teleskop und Schmalbandfiltern erstellt. Dadurch kann das Licht von Wasserstoff und Sauerstoff Atomen isoliert werden. Vom Sauerstoff stammt der leicht grünlich-bläuliche Schimmer. Er zeigt Falten und Filamente im Nebel wie einen Schleier.

Der Zentralstern des Nebels ist ein Wolf-Rayet-Stern (WR 136). Diese Sterne werfen ihre äußerste Hülle in einem starken Sternenwind ab. Auf diese Art verlieren sie alle 10.000 Jahre eine Sonnenmasse! Die komplizierten Strukturen im Sichelnebel entstanden wahrscheinlich durch die Wechselwirkung des starken Sternwindes mit den Auswürfen aus früheren Aktivitäten des Sterns.

Der Stern steht am Ende seiner Existenz. Er verheizt seinen Brennstoff rasch. Voraussichtlich endet er als spektakuläre Supernova. Man findet dieses Objekt im nebelreichen Sternbild Schwan. NGC 6888 ist etwa 5000 Lichtjahre von uns entfernt.

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Porträt von NGC 1055

Die Galaxie NGC 1055 ist fast von der Kante zu sehen. Sie enthält viel dunklen Staub und ist von einem zarten Halo aus Sternen umgeben. Dahinter sind einige weitere Galaxien verteilt. Der Vordergrund ist lose mit unterschiedlich hellen Sternen dekoriert.

Bildcredit und Bildrechte: John Hayes

Die große, schöne Spiralgalaxie NGC 1055 ist ein markantes Mitglied einer kleinen Galaxiengruppe, die etwa 60 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Sie liegt im aquatisch einschüchternden Sternbild Walfisch (Cetus). Wir sehen das Inseluniversum fast von der Seite. Es ist mehr als 100.000 Lichtjahre breit. Damit ist es etwas größer als unsere Galaxis, die Milchstraße.

Bunte, gezackte Sterne schmücken dieses kosmische Porträit von NGC 1055. Sie befinden sich vorne in der Milchstraße. Doch die verräterischen rosigen Regionen mit Sternbildung und die jungen, blauen Sternhaufen sind in den gewundenen Staubbahnen in der dünnen Scheibe der fernen Galaxie verteilt. Außen herum gibt es ein paar noch weiter entfernte Galaxien.

Das detailreiche Bild zeigt einen schachtelartigen Hof. Er reicht weit über und unter die zentrale Wölbung der Scheibe von NGC 1055 hinaus. Der Hof ist von blassen, schmalen Strukturen durchzogen. Er besteht vermutlich aus den verteilten Trümmern einer Begleitgalaxie, die von der größere Spirale vor etwa 10 Milliarden Jahren zerrissen wurde.

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Der Kugelsternhaufen M15 im weiten Feld

In einem Sternenfeld voller bunter Nebelschwaden prangt in der Mitte der kompakte Kugelsternhaufen M15.

Bildcredit und Bildrechte: Alvaro Ibanez Perez

Sterne schwärmen wie Bienen um das Zentrum des hellen Kugelsternhaufens M15. Der zentrale Ball aus über 100.000 Sternen ist ein Relikt aus den frühen Jahren unserer Galaxis. Er umkreist weiterhin das Zentrum der Milchstraße.

M15 ist einer von ungefähr 150 Kugelsternhaufen, die noch vorhanden sind. Er ist bereits mit einem Fernglas gut sichtbar. In seinem Zentrum sehen wir eine der dichtesten Konzentration an Sternen, die wir kennen. Der Kugelsternhaufen enthält eine große Anzahl von variablen Sternen und Pulsaren.

Für dieses Bild von M15 wurden Aufnahmen mit sehr langer Belichtungszeit – insgesamt 122 Stunden – kombiniert. Es zeigt blasse Gas- und Staubwolken vor dem riesigen Sternhaufen. M15 ist ca. 35.000 Lichtjahre entfernt. Er liegt im Sternbild des geflügelten Pferdes Pegasus.

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Komet Lemmon und die Milchstraße

Über den Meili Snow Mountains in China steigt die Milchstraße wie eine gewaltige Staubwolke auf. Rechts daneben fächert der Komet Lemmon seine Schweife auf. Nach links zeigt der blaue Ionenschweif, nach rechts der weiße Staubschweif. In der Milchstraße sind unter anderem der Lagunennebel und der Trifidnebel erkennbar.

Bildcredit und Bildrechte: Lin Zixuan (Tsinghua U.)

Wie sah Komet Lemmon aus, als er am schönsten war? Ein Beispiel ist dieses Bild. Es zeigt drei Himmelsspektakel in verschiedenen Distanzen. Das nächstgelegene davon sind die schneebedeckten Meili-Berge im chinesischen Himalaya.

Das mittlere Prachtstück ist Komet Lemmon. Anfang des Monats erreichte er seine größte Pracht. Er hat nicht nur einen weißen Staubschweif, der nach rechts zeigt, sondern auch einen blauen Ionenschweif, der vom Sonnenwind verzerrt ist und nach links zieht. Links ist die prachtvolle, weit entfernte zentrale Ebene unserer Galaxis, der Milchstraße. Sie zeigt dunklen Staub, rote Nebel und Milliarden sonnenähnlicher Sterne.

Komet C/2025 A6 (Lemmon) verblasst bereits und zieht sich ins äußere Sonnensystem zurück. Das Gebirge des Himalaya erodiert in den nächsten Milliarden Jahren allmählich. Doch die Milchstraße bleibt bestehen. Sie bildet neue Berge und Kometen – und zwar noch viele Milliarden Jahre.

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Apep: Webb zeigt ungewöhnliche Staubhüllen

Mitten im Raum sind seltsame, teils spiralförmige Staubhüllen. Die äußeren Hüllen sind dunkelrot, innen sind die Hüllen gelb-orangefarben. Ihre Regelmäßigkeit ist sehr auffällig.

Bildcredit: NASA, ESA, CSA, STScI, JWST; Forschung: Y. Han (Caltech), R. White (Macquarie U.); Bildbearbeitung: A. Pagan (STScI)

Wie entstand diese ungewöhnliche Skulptur mitten im Raum? Durch Sterne. Das seltsame System aus Wirbeln und Hüllen ist als Apep bekannt. Das James-Webb-Weltraumteleskop der NASA beobachtete das System im Jahr 2024 beispiellos genau im Infrarotlicht.

Die Beobachtungen deuten an, dass die ungewöhnliche Form von zwei massereichen Wolf-Rayet-Sternen stammt. Diese umkreisen sich alle 190 Jahre. Bei jeder Annäherung stoßen sie eine neue Hülle aus Staub und Gas aus. Die Löcher in den Hüllen entstehen vermutlich durch einen dritten Stern, der sie umkreist.

Dieser stellare Staubtanz dauert wahrscheinlich noch Hunderttausende Jahre. Er endet wohl erst, wenn einer der massereichen Sterne den Kernbrennstoff in seinem Inneren verbraucht hat. Dann explodiert er als Supernova. Das kann es auch zu einem Ausbruch an Gammastrahlen führen.

Knobelspiel: Astronomie-Puzzle des Tages

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Das Universum, das wir beobachten können

Eine kreisförnige Karte des Universums. In der Mitte steht das Sonnensystem. Um es herum radial nach außen nahe und ferne Galaxien, frühere Materie und der kosmische Mikrowellenhintergrund am äußeren Rand.

Illustrationscredit und Lizenz: Wikipedia, Pablo Carlos Budassi

Wie weit könnt ihr sehen? Das beobachtbare Universum ist alles, was ihr sehen könnt und alles, was ihr gerade jetzt sehen könntet – wenn eure Augen die gesamte Strahlung sehen könnten. Das am längsten gelaufene Licht, das wir sehen könnten, stammt aus dem kosmischen Mikrowellenhintergrund. Er entstand vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Damals war das Universum lichtundurchlässig wie dichter Nebel. Einige Neutrinos und Gravitationswellen ums uns herum kommen aus noch größerer Entfernung. Aber die Menschheit verfügt noch nicht über die Technologie, um sie zu beobachten.

Das Bild zeigt das beobachtbare Universum. Im Bild wird der Maßstab nach außen immer kleiner. In der Mitte stehen Erde und Sonne, umgeben von unserem Sonnensystem und nahen Sternen. Um sie herum seht ihr nahe Galaxien, entfernte Galaxien, Stränge aus der ersten Materie und den kosmischen Mikrowellenhintergrund.

Kosmolog*innen gehen meist davon aus, dass unser beobachtbares Universum nur der nahe gelegene Teil des größeren gesamten Universums ist. In ihm gelten überall dieselben Gesetze der Physik. Es gibt weitere Theorien, die eher spekulativ sind. Demnach ist unser Universum Teil eines größeren Multiversums. Darin gibt es entweder andere physikalische Konstanten, oder es gelten andere Gesetze der Physik. Es könnte auch zusätzliche Dimensionen oder kleine zufällige Abweichungen von unserem normalen Universum geben.

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