Der erste Explorer

Eine Rakete startet und stößt unten eine mächtige Feuerwolke aus. Weil der Start nachts stattfindet, leuchtet die Abgaswolke hell.

Bildcredit: NASA

Vor sechzig Jahren, am 31. Januar 1958, startete die Army Ballistic Missile Agency den ersten Explorer in den Erdorbit. Damit begann für die Vereinigten Staaten das Zeitalter der Forschung im Weltraum.

Der Satellit Explorer I war knapp vierzehn Kilogramm schwer. Seine Instrumente sollten die Temperatur und Einschläge von Mikrometeoriten messen. Ein Experiment von James A. Van Allen ermittelte die Dichte von Elektronen und Ionen im Weltraum.

Die Ergebnisse von Van Allens Experiment führten dazu, dass man zwei Gürtel entdeckte. Sie reichen um die ganze Erde und enthalten energiereiche Elektronen und Ionen. Diese Teilchen sind in der Magnetosphäre gefangen. Die Gürtel waren unerwartet und erschreckten. Heute werden sie als Van-Allen-Gürtel bezeichnet. Sie befinden sich in der inneren Magnetosphäre, aber über dem niedrigen Erdorbit*.

Explorer I sendete bis 28. Februar 1958. Er blieb noch bis März 1970 im Orbit.

*Daher ist die ISS in einer niedrigen Erdumlaufbahn vor kosmischer Strahlung geschützt.

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Venus bei Nacht in Infrarot von Akatsuki

Die Raumsonde Akatsuki zeigt die Atmosphäre der Venus in Infrarot. In diesem Licht wirkt sie sehr lebhaft und vielschichtig, anders als auf Bildern in sichtbarem Licht.

Bildcredit: JAXA, ISAS, DARTS; Bearbeitung und Bildrechte: Damia Bouic

Warum sind die Venus und die Erde so verschieden? Um das herauszufinden, startete Japan die Roboter-Raumsonde Akatsuki. Die Sonde machte eine ungeplante abenteuerliche Reise um das innere Sonnensystem, die 5 Jahre dauerte. Ende 2015 erreichte sie den Orbit um die Venus. Akatsuki hatte zwar ihre geplante Betriebsdauer überschritten. Doch die Sonde und ihre Instrumente funktionierten so gut, dass ein Großteil der ursprünglichen Mission durchgeführt wurde.

Akatsuki ist auch als Venus Climate Orbiter bekannt. Ihre Instrumente erforschten Unbekanntes über die Schwester der Erde. Man wollte wissen, ob die Vulkane immer noch aktiv sind, ob es in der dichten Atmosphäre Blitze gibt und warum die Winde so viel schneller sind als die Rotationsgeschwindigkeit des Planeten.

Dieses Bild entstand mit Akatsukis IR2-Kamera. Darauf zeigt die Nachtseite der Venus ein schartiges Band um den Äquator aus hohen, dunklen Wolken. Sie absorbieren infrarotes Licht von heißeren Schichten, die tiefer in der Venusatmosphäre liegen. Der helle, orange und schwarz gefärbte Streifen rechts oben ist ein falsches digitales Artefakt. Es bedeckt einen Teil der viel helleren Tagseite der Venus.

Als man Akatsukis Bilder und Daten auswertete, zeigte sich, dass die Venus einen Strom um den Äquator besitzt, ähnlich wie die Windbänder der Erde.

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Die Spinne und die Fliege

Zwei rote Nebel leuchten vor einem sternklaren Hintergrund, links ein größerer, der an eine Spinne erinnert, rechts ein kleiner runder - die Fliege.

Bildcredit und Bildrechte: Joe Morris

Fängt die Spinne jemals die Fliege? Nein, denn die beiden sind große Emissionsnebel im Sternbild Fuhrmann (Auriga). Die spinnenförmige Gaswolke links ist ein Emissionsnebel, er hat die Bezeichnung IC 417. Die kleinere Wolke mit der Form einer Fliege ist als NGC 1931 katalogisiert. Sie ist sowohl Emissionsnebel als auch Reflexionsnebel.

Beide Nebel sind etwa 10.000 Lichtjahre entfernt und enthalten junge offene Sternhaufen. Zur Größenordnung: Der kompaktere NGC 1931 (Fliege) ist ungefähr 10 Lichtjahre groß.

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Totale Mondfinsternis über Tadschikistan

Videocredit und -rechte: Jean-Luc Dauvergne (Ciel et Espace); Musik: Valère Leroy und Sophie Huet (Space-Music)

Was sieht man, wenn der Vollmond plötzlich verblasst? Dieses mitreißende Zeitraffervideo zeigt die Antwort. Es wurde bei der totalen Mondfinsternis 2011 in Tadschikistan gefilmt. Bei einer totalen Mondfinsternis wandert die Erde zwischen Sonne und Mond. Dadurch verblasst der Mond dramatisch. Er wird jedoch niemals ganz dunkel, weil die Erdatmosphäre etwas Licht bricht.

Der Beginn dieses Videos wirkt wie eine Tagesszene im Sonnenlicht, doch es ist Nacht. Das Licht des Vollmondes beleuchtet die Szene. Während der Mond verdunkelt wird, ebbt der Wind ab. Vorne spiegeln sich die Sterne im See. Sehr eindrucksvoll füllt sich der Himmel um den verfinsterten Mond plötzlich mit Sternen. Dahinter verläuft die belebte Ebene der Milchstraße. Der Ablauf wiederholt sich mit kleinerem Bildausschnitt. Das Schlussbild zeigt den verfinsterten Mond nahe bei Adler-, Schwanen-, Trifid– und Lagunennebel.

Fast zwei Stunden nach Beginn der Finsternis tritt der Mond aus dem Erdschatten. Sein voller Glanz erhellt wieder den Himmel. Diesen Mittwoch findet wieder eine totale Mondfinsternis statt – diesmal mit einem seltenen blauen Super-Butmond.

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Sterne über einer Lagune in der Salar de Atacama

Die glatte Lagune mitten im Bild erinnert an ein Auge, das zum Himmel blickt. Rechts steht die Fotografin. Darin spiegeln sich die Milchstraße, die Planeten Mars und Jupiter, die Magellanschen Wolken und das Zodiakallicht.

Bildcredit und Bildrechte: Kerry-Ann Lecky Hepburn (Weather and Sky Photography)

In der Salar de Atacama blickt eine von vielen Lagunen in einer ruhigen Nacht zum Himmel und spiegelt die Sterne. Die Lagune liegt nahe bei San Pedro de Atacama in Chile auf dem Planeten Erde. Im Zentrum der Milchstraße verlaufen kosmische Risse aus Staub, Sternwolken und Nebeln. Sie gehen im Osten hinter den Vulkanen am Horizont auf.

Das besinnliche Panorama aus sechs Einzelbildern entstand am 15. Jänner am frühen Morgen. Nahe der Ekliptik leuchten Jupiter und Mars. Die hellen Planeten im Sonnensystem sind in Zodiakallicht getaucht. Es steigt links über dem galaktischen Zentrum auf. Rechts stehen im Süden über dem Horizont die Große und die Kleine Magellansche Wolke. Sie sind Begleitgalaxien der Milchstraße.

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Selbstporträt am Vera-Rubin-Grat

Siehe Erklärung. Ein Klick auf das Bild lädt die höchstaufgelöste verfügbare Version.

Bildcredit: NASA, JPL-Caltech, MSSS – Panorama: Andrew Bodrov

Der Rover Curiosity ist so groß wie ein Fahrzeug und erforscht die Oberfläche des Planeten Mars. An Sol 1943 fotografierte er dieses Selbstporträt am südlichen Rand des Vera-Rubin-Grates. Ein Sol ist ein Sonnentag auf dem Mars. Er ist ungefähr 40 Minuten länger als ein Tag auf der Erde. Curiositys Sol 1943 entspricht auf der Erde dem Datum 23. Jänner 2018.

Das Panorama ist ein Mosaik aus 61 Aufnahmen. Diese wurden mit dem Mars Hand Lens Imager (MAHLI) aufgenommen. MAHLI ist ein Instrument des Rovers. Von dem Mosaik gibt es auch eine interaktive Version, die 360 Grad umfasst. Einzelbilder, die den Arm der Kamera zeigen, wurden aussortiert. Der erweiterte Hintergrund wurde an Sol 1903 mit der Mastkamera des Rovers aufgenommen. Das Gehäuse der ChemCam, die Laserstrahlen schießen kann, verdeckt den fernen Gipfel des Mount Sharp. ChemCam sitzt über der Mastkamera an der Spitze des Rovermasts.

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Glücks-Wagenrad

Die drei Galaxien im Bild wirken verzerrt. Rechts ist eine Galaxie, die im inneren Kern gelb leuchtet und sehr eng gewickelte Spiralarme hat. Außen herum verläuft ein blauer heller Kreis aus Sternen. Zwischen dem Kern und dem Ring verlaufen zarte Speichen. Links sind zwei viel kleinere Galaxien, die untere leuchtet gelblich und wirkt strukturiert, die obere ist verzerrt und leuchtet blau.

Bildcredit: ESA, NASA

Als zwei Galaxien kollidierten, entstand eine Form in kosmischem Maßstab, die man überraschend gut erkennt: die Wagenradgalaxie. Sie gehört zu einer Gruppe an Galaxien im Sternbild Bildhauer, die etwa 500 Millionen Lichtjahre entfernt ist. Links leuchten zwei kleinere Galaxien der Gruppe.

Der Radkranz der Wagenradgalaxie ist eine gewaltige Struktur und hat die Form eines Ringes. Er ist etwa 150.000 Lichtjahre breit und besteht aus neuen, extrem hellen Sternen, die viel Masse besitzen. Wenn Galaxien kollidieren, dringt eine Galaxie durch die andere. Doch ihre einzelnen Sterne berühren sich nur selten. Die Kollision verzerrt die Gravitationsfelder der Galaxie.

Die Ringform entstand durch die gravitative Erschütterung. Wie wurde von einer kleinen Galaxie verursacht, die in eine große Galaxie eindrang. Sie komprimierte interstellares Gas und Staub und löste eine Welle an Sternbildung aus, die vom Punkt des Aufschlags nach außen wanderte. Es war wie eine Welle auf der Oberfläche eines Teiches. Hier war die große Galaxie vielleicht ursprünglich eine Spirale, ähnlich wie unsere Milchstraße. Durch die Kollision erhielt sie die Form eines Rades. Doch was geschah mit dem kleinen Eindringling in die Galaxie?

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Die Kaulquappen in IC 410

In einem blau schimmernden Teich, der von braunen und dunklen Staubwolken umgeben ist, schwimmen unten zwei Gebilde, die an Kaulquappen erinnern.

Bildcredit: Juan Ignacio Jimenez

Diese Nahaufnahme entstand mit Teleskop. Sie zeigt den blassen Emissionsnebel IC 410. Links unter der Mitte schwimmen zwei interessante Bewohner im kosmischen Teich aus Gas und Staub: Es sind die Kaulquappen von IC 410. Der Nebel ist teilweise von Staub im Vordergrund verdeckt. Er umgibt NGC 1893, einen jungen galaktischen Sternhaufen.

Der ungemein heiße, helle Sternhaufen ist vor etwa vier Millionen Jahren in einer interstellaren Wolke entstanden. Er regt das Gas an und bringt es zum Leuchten. Die Kaulquappen bestehen aus dichterem, kühlerem Gas und Staub. Sie sind ungefähr 10 Lichtjahre lang. Wahrscheinlich sind es Orte, an denen Sternbildung beginnt. Ihre Köpfe wurden von den Winden und der Strahlung der Haufensterne geformt. Die Kaulquappen sind von hellen Rändern aus ionisiertem Gas umgeben. Ihre Schweife zeigen von der Zentralregion fort.

IC 410 liegt etwa 10.000 Lichtjahre entfernt im nebelreichen Sternbild Fuhrmann.

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